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Lebensmittelverschwendung

Hier werden am meisten Lebensmittel verschwendet

Lebensmittelverschwendung
Portrait der Autorin Maya Rychlik
Maya Rychlik, agrarheute
am
22.02.2019

In Deutschland landen nach vor etliche Lebensmittel in der Tonne. Die meisten Abfälle fallen in Privathaushalten an. Julia Klöckner legte in diesem Zusammenhang einen nationalen Strategieplan mit einem ehrgeizigem Ziel vor.

Bundesweit fallen jährlich circa 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall an. Privathaushalte verursachen 61 Prozent, also den größten Teil davon. Der Rest teilt sich zu jeweils 17 Prozent auf Industrie (darin enthalten auch Landwirtschaft) und Großverbraucher auf. Nur fünf Prozent fallen beim Handel an. Eine GfK-Studie mit über 30.000 Haushalten bestätigte, dass Verbraucher vor allem Obst und Gemüse, gefolgt von Brot und Backwaren wegwerfen. 44 Prozent der Lebensmittel sind der Studie zufolge vermeidbar.

Warum macht Deutschland kein Gesetz?

Lebensmittelverschwendung

Häufig wird Frankreichs Lebensmittelgesetz in diesem Zusammenhang genannt. Dieses verbietet Supermärkten ab einer bestimmten Größe, Esswaren zu entsorgen. Das Gesetz verpflichtet damit aber nur einen Punkt und nicht alle Akteure der Wertschöpfungskette. Laut BMEL ist nicht die „Freude über den Weg“ entscheidend, sondern das Ergebnis.

Was in Frankreich per Gesetz erlassen wurde, sei in Deutschland schon länger Gang und Gäbe: die Tafeln retten jährlich 260.000 Tonnen Lebensmittel aus etwa 30.000 Lebensmittelmärkten. In Frankreich läge die Zahl bei lediglich 46.200 Tonnen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche neue soziale Bewegungen, wie etwa Foodsharing sowie die vom BMEL ins Leben gerufene Informationsplattform. Der Sprecher des BMEL betonte weiterhin, dass es kein Einkaufskorb- oder Verkehrsgesetz geben werde. Weiterhin sei es ein ausdrücklicher Teil der Strategie zu prüfen, ob der bestehende rechtliche Rahmen (Kreislaufwirtschaftsgesetz, u.a.) ausreiche.

Strategieplan zur Reduzierung der Abfälle ins Leben gerufen

Die Verschwendung von Lebensmitteln trägt zu einem großen Teil zur Umweltverschmutzung bei. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner will das ändern: „Die Produktion beansprucht Boden, Wasser, Energie oder Treibstoff und ist mit Emissionen verbunden. Ökologisch, ökonomisch wie ethisch muss es daher Verpflichtung sein, die Lebensmittelverschwendung in allen Bereichen der Versorgungskette deutlich zu reduzieren.“ Klöckner legte in diesem Zusammenhang einen nationalen Strategieplan zur Reduzierung der Nahrungsmittelabfälle vor. Ihr Ziel: Die Menge bis 2030 halbieren. Neben dem Vorsatz, die Landwirtschaft in Deutschland zu 20 Prozent auf Bio umzustellen ein ehrgeiziges Vorhaben der Ministerin.

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