Login
Freihandel

Mercosur-Abkommen: Iren sind sauer auf Hogan

am
28.06.2019
(Kommentar verfassen)

Irlands Bauern warnen vor dem möglichen Abschluss des Mercosur-Abkommens. Es bedeute den Ausverkauf für irische Rindermäster. Sie demonstrierten in Brüssel.

Mit scharfer Kritik haben Vertreter des irischen Bauernverbandes (IFA) auf den möglicherweise bevorstehenden Abschluss der Freihandelsgespräche zwischen der Europäischen Kommission und den Mercosur-Staaten reagiert.

Dem Vernehmen nach soll auf dem derzeit beginnenden G20-Gipfel eine Einigung über das Freihandelsabkommen angestrebt werden. Bundeskanzlerin Merkel befürwortet einen zügigen Abschluss.

Verbandspräsident Joe Healy und weitere IFA-Spitzenvertreter protestierten Anfang der Woche in der Vertretung der EU-Kommission in Dublin gegen die „Doppelmoral“ der Brüsseler Behörde bei ihrem „rücksichtslosen Streben“ nach diesem Handelsabkommen. Healy betonte, die EU-Kommission betreibe einen Ausverkauf der irischen Landwirtschaft in einem Abkommen mit dem „Teufel Brasilien und seinem neuen Präsidenten Jair Bolsonaro“.

Doppelzüngige EU-Kommission

Der IFA-Präsident bezeichnete es als „absolut inakzeptabel“, dass die Kommission bereit sei, irische und europäische Landwirte zu „opfern“, aber grünes Licht für die weitere Zerstörung der Regenwälder gebe. „Die Landwirte haben die Doppelzüngigkeit der EU-Kommission satt, die uns Vorträge zum Klimawandel hält, aber bereit ist, ein Abkommen mit einem Land zu schließen, das eine Agenda für Klimazerstörung hat“, so Healy.

Der IFA-Präsident verwies auf Berichte des Lebensmittel- und Veterinäramtes (FVO), die das Versäumnis der brasilianischen Behörden aufgedeckt habe, die EU-Standards zum Tierschutz, der Rückverfolgbarkeit, der Lebensmittelsicherheit und des Umweltschutzes umzusetzen.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan

Healy zufolge fragen sich die irischen Landwirte zu Recht, wie Agrarkommissar Phil Hogan untätig dabei stehen und den EU-Verhandlungsführern gestatten könne, die EU-Standards so offen zu missachten.

Angesichts des drohenden Verlustes des britischen Marktes für die EU sei es „unüberlegt“, sollte die EU-Kommission einem Abkommen zustimmen, bei dem zusätzlich Zehntausende Tonnen „minderwertiges Rindfleisch“ aus Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern auf den Binnenmarkt kämen.

Mit Material von AgE

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant