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Bauernprotest

Merkel lädt zum Agrargipfel: So sind die Erwartungen

Bundeskanzleramt
am Freitag, 29.11.2019 - 12:22 (1 Kommentar)

Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt zum Agrargipfel. Die Reaktionen sind gemischt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel 2. Dezember 2019 als Reaktion auf die Bauernproteste zu einem dreistündigen Agrargipfel ins Bundeskanzleramt geladen. Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will sie sich mit Vertretern aus der Landwirtschaft austauschen. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Kritik gibt es zum Beispiel von den Grünen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) meldet. So seien insgesamt zwar 40 Verbände aus dem Landwirtschaftssektor eingeladen, Tier- und Naturschützer würden aber ebenso fehlen wie die Bundesländer oder Vertreter der Opposition im Bundestag.

Eingeladen sind laut NOZ unter anderem:

  • Bauernverband (DBV)
  • Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL)
  • Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft
  • Agrarblogger Willi Kremer-Schillings, bekannt als Bauer Willi
  • die Organisatoren der Bauerndemos Land schafft Verbindung

Agrargipfel spaltet

Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, ist skeptisch. Er fürchtet, dass dieser Agrargipfel nicht verbinden, sondern weiter spalten wird. Für einen echten Dialog fehlen ihm Tier- und Naturschützer ebenso wie die Länder und die Opposition.

Bauer Willi hat unterdes auf seinem Agrarblog bereits seine Fragen veröffentlicht, die sich vor allem um die produktionstechnischen, wirtschaftlichen und vielleicht auch ethischen Zielkonflikten und Widersprüchen in der Landwirtschaft drehen. Er denkt aber auch, dass die Ergebnisse eines solchen Gipfels sehr übersichtlich sein könnten und das für einen Konsens jeder der Diskussionsteilnehmer Zugeständnisse machen müsse. Für einen solchen Konsens werde auch der eine Tag nicht reichen.

Land schafft Verbindung: Erwartungen verhalten

In ihrem Interview mit agrarheute äußert sich auch Johanna Mandelkow, Sprecherin von Land schafft Verbindung, eher verhalten zu den Erwartungen an den Agrargipfel. Land schafft Verbindung würde zwar eine kleine Delegation schicken, aber sie sei ein bisschen skeptisch, ob 40 Verbände in nur drei Stunden ihre konkreten Anliegen ansprechen und etwas aushandeln können. Ihrer Vereinigung gehe es vor allem darum, Dialogbereitschaft zu zeigen.

Auch der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp warnt vor überzogenen Erwartungen an das Gipfeltreffen zur Landwirtschaft. Bei Gesprächen auf dieser Ebene gäbe es selten konkrete Ergebnisse. Aber Holzenkamp begrüßt die Einladung ins Kanzleramt als wichtiges Signal. Die Bundeskanzlerin mache damit deutlich, dass sie die Botschaft der Bauernproteste verstanden habe und sich mit ihren Forderungen auseinandersetze.

Mit Material von NOZ, AgE

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