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Kommentar

Merkel macht die Agrarpolitik zur Chefsache – jetzt muss sie liefern!

am Dienstag, 03.12.2019 - 06:54 (Jetzt kommentieren)

Drei Stunden, 80 Diskutanten und die Kanzlerin. Was der Agrargipfel in Berlin wirklich gebracht hat, kommentiert Uwe Steffin.

Tausende Traktoren auf deutschen Straßen haben die beabsichtigte Wirkung nicht verfehlt: Die Politik kann die wütenden Bauern nach den PS-starken Protesten der letzten Wochen nicht länger ignorieren. Zwar sind die Ergebnisse des eilends für Montag anberaumten „Agrargipfels“ im Bundeskanzleramt eher dürftig. Hohe Erwartungen an die Ergebnisse des dreistündigen Austauschs der Kanzlerin mit gleich 80 (!) Diskutanten waren aber ohnehin fehl am Platze. Hoffentlich hat Angela Merkel aus der Runde mitgenommen, dass Landwirtinnen und Landwirte durchaus veränderungsbereit sind. Bauern hängen nicht an bestimmten Produktionsformen, sondern produzieren das, was am Markt nachgefragt wird. Leider wollen oder können viele Verbraucher am Ende nicht viel mehr Geld für höhere Umwelt- oder Tierschutzstandards bezahlen. Die meisten Tierwohlprogramme verharren deshalb in der Nische.

 

Der Umbau der Tierhaltung wird richtig teuer

Machen wir uns nichts vor: Der gesellschaftlich gewünschte Umbau der Tierhaltung wird in den nächsten Jahren Milliarden kosten. Der einzelne Tierhalter wird fünf- bis sechsstellige Umbaukosten angesichts mieser Erlöse aber nur dann stemmen können, wenn die staatlichen Investitionszuschüsse steigen. Geld dafür wäre aktuell genug da. Angela Merkel hat die Agrarpolitik zur Chefsache gemacht jetzt muss sie schnell liefern. Schließlich deutet vieles darauf hin, dass die Berliner GroKo schon bald auseinanderbrechen könnte. Dass es am Ende frisches Geld für den umwelt- und tierwohlgerechten Umbau der Landwirtschaft gibt, daran werden die vielen wütenden Landwirte aber auch jede neue Bundesregierung messen, egal welcher politischen Couleur. Sonst wird den Bauern nichts anderes übrigbleiben, als bald wieder mit ihren Traktoren das Berliner Regierungsviertel zu blockieren.

Alle Hintergründe finden Sie in unserem Top-Thema: Agrargipfel: zwischen Zweifel und Zuversicht

 

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