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DBV-Milchsymposium

Milchbranche muss gemeinsam anpacken

Melken im Melkstand
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
05.10.2017

Die strukturellen Herausforderungen der Milchwirtschaft erfordern branchenweite Aktivitäten. Das hat DBV-Milchpräsident Karsten Schmal heute auf dem Milchsymposium in Berlin unterstrichen.

„Die jüngste Krise im Milchmarkt hat uns nochmals vor Augen geführt, dass die deutsche Milchbranche vor großen strukturellen Herausforderungen steht", stellte Schmal fest. Innerhalb der Milchwirtschaft gebe es noch ausreichend Potenzial, um die Wertschöpfung und damit auch den Erzeugerpreis für die Milchbauern zu verbessern. Dazu müsse der Berufsstand branchenweite Aktivitäten umsetzen.

„Die Initiative ehrenamtlicher Vertreter genossenschaftlicher Molkereien in der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft im Herbst 2016 stellt einen wichtigen Schritt dar“, betonte Schmal. Einer Weiterentwicklung zu einem anerkannten Branchenverband stehe die Interessengemeinschaft offen gegenüber, sofern ein Mehrwert für die Milchwirtschaft daraus resultiere.

Im Rahmen des Symposiums zeigten Referenten aus Österreich, Frankreich sowie den Niederlanden, wie über gemeinsame Aktivitäten zum Beispiel in der Absatzförderung ein Mehrwert erzielt wird, der den Milchbauern zugutekommt.

Der Marktmacht von Handel und Industrie begegnen

Doch nicht nur über gemeinsame Maßnahmen zur Förderung des Absatzes von Milchprodukten kann laut DBV-Milchbauernpräsident Schmal ein Mehrwert generiert werden: „Ich sehe auch für Deutschland erhebliche Chancen in der Etablierung von Branchenplattformen, die konstruktiv gemeinsame Projekte vorantreiben. Denn der deutsche Milchsektor muss langfristig eine Antwort darauf finden, wie man der steigenden Marktmacht von Lebensmittelhandel und -industrie gegenübertritt. Sind wir hierbei nicht erfolgreich, wird zum Beispiel das Setzen von höheren Produktionsstandards durch die Abnehmer von Milchprodukten in Zukunft die übliche Praxis werden.“

Mengensteuerung verbessern

Auch die Gestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Milchbauern und ihren Molkereien sollte aus Sicht des DBV weiterhin innerhalb des Milchsektors diskutiert werden. Hierbei sei jedoch festzuhalten, dass einzig die Akteure am Markt, also keine politische Institution, befriedigende Lösungen definieren könnten, so der Bauernverband.

Dementsprechend begrüßte der DBV, dass innerhalb der deutschen Molkereien der Prozess zur Etablierung marktgerechter und moderner Lieferbeziehungen angestoßen worden sei, sodass sich eine zeitnahe Umsetzung von Modellen mit einer besseren Planbarkeit von Mengen und Preisen für Landwirte sowie Molkereien abzeichne.

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