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Nach der Blockade

Milchkrise: Das sagt Aldi dazu

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Anke Fritz, agrarheute
am
23.08.2016

Nachdem Landwirte in Niedersachsen ein Logistikzentrum von Aldi Nord blockiert haben, äußert sich Aldi jetzt zu seiner Milchpreispolitik.

In der Nacht zum Montag hatten Landwirte mit Treckern ein Logistikzentrum von Aldi Nord im niedersächsischen Hesel (Landkreis Leer) aus Protest gegen die niedrigen Milchpreise zeitweise blockiert. Die Aktion habe die Versorgung der Filialen aber nicht beeinträchtigt, hieß es. Die Einzelhandelskette Aldi hat angesichts der niedrigen Milchpreise ihre Einkaufs- und Kundenpolitik verteidigt.

Grundlage für die Preisfindung bei Aldi seien faire Einkaufspraktiken, bei denen sich der finale Einkaufspreis über regelmäßig stattfindende Ausschreibungen ergebe, erklärte eine Sprecherin von Aldi Nord am Montag auf dpa-Anfrage.

Aldi: Einkaufspreise werden an Kunden weitergegeben

Auf dem weltweiten Milchmarkt gebe es seit einiger Zeit ein Überangebot. Deshalb böten die Molkereien Milch günstiger an, argumentierte das Unternehmen per E-Mail. "Als Discounter gehört es (...) zu den Grundsätzen unserer Preispolitik, dass wir günstigere Einkaufspreise nicht einbehalten, sondern an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben."

Proteste gegen niedrige Milchpreise auch in Fankreich

Französische Landwirte haben aus Protest gegen niedrige Milchpreise Straßen vor der Fabrik des Lactalis-Konzerns blockiert. Laut französischen Medien übernachteten etwa 20 Bauern vor dem Werk nahe der westfranzösischen Stadt Laval, am späten Montagabend hätten sich dort etwa 400 Menschen versammelt. Die Aktionen sollen laut TV-Sender BFMTV über mehrere Tage hinweg fortgesetzt werden. Der französische Konzern Lactalis ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Milchprodukte.

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