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agrarheute-Videoreihe

Myriam Rapior: An geringeren Tierzahlen führt kein Weg vorbei

Myriam Rapior und Simon Michel-Berger

Im dritten Teil unserer Videoreihe „Die Landwirtschaft, die wir wollen“ sprachen wir mit Myriam Rapior, Mitglied im BUNDjugend-Bundesvorstand und in der bis Juni 2021 eingesetzten Zukunftskommission Landwirtschaft. Wie Rapior über planetare Grenzen, den internationalen Handel oder die Tierhaltung denkt, können Sie sich hier ansehen.

am Sonntag, 12.09.2021 - 08:00

Als ersten wesentlichen Punkt zur Zukunft der Landwirtschaft sprach Myriam Rapior Veränderungen in der Tierhaltung an. Die meisten Tierhaltungen seien im Moment nicht zukunftsfähig, sagt sie. Die Bestände in den Tierhaltungsanlagen müssten reduziert werden. Doch auch dem Verbraucher, der gleichzeitig seinen Fleischkonsum einschränken müsse, komme eine wichtige Rolle zu.

Kooperation zwischen LEH und Landwirten auf Augenhöhe

Rapior betont, dass es beim Umbau der Tierhaltung keine Alleingänge des Lebensmitteleinzelhandels geben dürfe. „Einfach zu sagen, dass es ab 2030 nur noch die Haltungsstufen 3 und 4 gibt, finde ich nicht sehr kooperativ“, kommentiert sie eine der letzten Zielvorgaben aus dem LEH. Sie verstehe gut, dass Landwirte sich durch solche Ankündigungen vor den Kopf gestoßen fühlten.

Zu ihrer Arbeit in der Zukunftskommission Landwirtschaft sagt Rapior, dass die nächste Bundesregierung in jedem Fall auf deren Ergebnis aufbauen sollte. Andernfalls sei das fast schon ein Skandal.

Chancen und Risiken des Handels

Weiter stellt sich Rapior der Diskussion über die Priorität von Ökosystemen und über das Ausmaß des internationalen Handels. Durch den Handel entstehe einerseits Wertschöpfung, andererseits dürften die Ökosysteme nicht darunter leiden. „„Handel ist gut und schön. Aber er nützt uns überhaupt nichts, wenn wir beim Klima Kipppunkte erreicht haben“, schlussfolgert Rapior.

Und auch an dieser Stelle richtet das BUND-Mitglied einen klaren Appell an den Verbraucher: Für Lebensmittel, die innerhalb planetarer Grenzen produziert worden sind, müsse die Gesellschaft mehr Geld ausgeben. Der Verbraucher müsse überlegen, was ihm wirklich wichtig und wo eine Änderung von Gewohnheiten notwendig ist.

Welche Zukunft hat die Landwirtschaft? Agrarexperten geben Antworten