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Nicht-Regierungsorganisationen

NABU verleiht Rukwied den "Dinosaurier des Jahres"

DBV-Präsident Hermann Rukwied
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
28.12.2017

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat DBV-Präsident Joachim Rukwied den "Dinosaurier des Jahres 2017" verliehen. Rukwied reagierte gelassen.

Der NABU begründete seine Wahl mit den Worten, Rukwied blockiere eine umweltfreundliche Agrarreform. Er streite "die Hauptverantwortung der industriellen Landwirtschaft für das Artensterben ab", verteidige ein Subventionssystem, das nachweislich zulasten von Natur, Landwirten und Steuerzahlern gehe und bekämpfe regelmäßig alle Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz der Agrarpolitik.

Rukwied: Wir stehen zu unserer Verantwortung

Rukwied reagierte auf die "Aufzeichnung" gelassen. Der NABU habe mit seinem alljährlichen Ritual bereits eine Reihe verdienter Persönlichkeiten ausgezeichnet, stellte der DBV-Präsident fest.

Rukwied wörtlich: "Ich freue mich über diesen 'Preis', unter anderem deshalb, weil sie von vielen Berufskollegen und Mitgliedern als Auszeichnung verstanden wird. Wir Landwirte jedenfalls stehen zu unserer Verantwortung für Umwelt und Artenvielfalt. Als DBV entwickeln wir praxistaugliche Lösungen in einer Reihe von Projekten."

Akzeptanz wird auf's Spiel gesetzt

NABU-Präsident Olaf Tschimpke warnte, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz für die Landwirtschaft schwinde, versiege langfristig auch die Förderung aus der Staatskasse. Tschimpke forderte Rukwied zum Gespräch und Austausch auf.

Der NABU hatte 2001 bereits den damaligen DBV-Präsidenten Gerd Sonnleitner mit seinem Negativ-Preis "ausgezeichnet". Auch Ilse Aigner war vom NABU in ihrer Funktion als Bundeslandwirtschaftsministerin 2012 der "Dinosaurier" verliehen worden. Im vorigen Jahr war Bayer-Chef Werner Baumann an der Reihe für die von ihm vorangetriebene Übernahme von Monsanto.

Nach eigenen Angaben ist der NABU mit rund 620.000 Mitgliedern und Förderern der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. Seine gesamten Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Zuschüssen, Spenden, Erbschaften und anderen Quellen beliefen sich gemäß dem Jahresbericht 2016 im vorigen Jahr auf 44,6 Millionen Euro. Von dieser Summe wurden fast 10 Prozent für die Mitglieder- und Spendergewinnung aufgewandt.

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