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Stromnetz SuedLink

Netzbetreiber setzen auf Erdverkabelung - das fordern die Bauern

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Katharina Krenn, agrarheute
am
28.09.2016

Laut Planungsvorschlag der Netzbetreiber soll die Stromautobahn SuedLink unter der Erde verlaufen. Was positiv bei der Bevölkerung ankommt, wird von den Bauern kritisch gesehen.

Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW haben gestern die Vorschläge für mögliche Erdkabelkorridore der geplanten Stromautobahn SuedLink veröffentlicht. „Wir planen SuedLink als reine Erdkabelverbindung. Das ist der Wunsch der Bürger, für den die Politik den Weg frei gemacht hat“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH.

Bürgerbeteiligung startet

Geplant sei die Fertigstellung von SuedLink für 2025. Jetzt starte die Bürgerbeteiligung, bei der die Planungen erklärt und die Vorschläge diskutiert würden, gaben die Netzbetreiber bekannt. Von Mitte Oktober bis Mitte November werden TenneT und TransnetBW Info-Foren durchführen. Über 30 Veranstaltungen werden in den Landkreisen stattfinden, in denen die vorgeschlagenen Erdkabelkorridore verlaufen könnten. TenneT und TransnetBW wollen den Genehmigungsantrag auf Bundesfachplanung im ersten Quartal 2017 bei der Bundesnetzagentur einreichen. 

Landwirte befürchten erhebliche Eingriffe

Die Vorschläge für mögliche Erdkabel-Korridore stoßen bei den Staatsregierungen Bayerns und Baden-Württemberg auf große Zustimmung. "Wir gehen von einer erheblichen Reduzierung des Widerstandes aus", sagte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag in München. Der Bayerische Bauernverband  sieht die Erdverkabelung jedoch kritisch.

Im Vergleich zur Freileitung seien bei einer Erdverkabelung im Höchstspannungsbereich erhebliche Eingriffe in den Boden und seine Struktur zu erwarten und die Eingriffe in das Eigentum sowie die Nutzung noch gravierender für die Landwirte. Unter anderem sei durch die von einer Erdverkabelung ausgehende Erwärmung des Bodens mit erhöhten Verdunstungs- und Austrocknungsraten zu rechnen.

Erdverkabelung: Das fordert der Bayerische Bauernverband

1. Die Erdverkabelung muss die Ausnahme bleiben und darf nur mit Zustimmung der Grundstückseigentümer passieren. Land- und forstwirtschaftliche Flächen und Betriebsstrukturen sind bei der Planung der Trassenführungen zu berücksichtigen und zu schonen. Grundstückseigentümer und Bewirtschafter müssen frühzeitig in die Planungen eingebunden und deren Belange vollumfänglich berücksichtigt werden.

2. Für die Baumaßnahme ist die Erstellung eines umfassenden Bodenschutzkonzeptes mit Begleitung unabhängiger Sachverständiger nötig, unter deren fachlichen Leitung die Baumaßnahme durchzuführen ist (z. B. Baustopp bei schlechter Witterung, Baumatten, etc.). Dabei sollte der Sachverständige von neutraler Seite z. B. durch die Regierung beauftragt werden.

3. Die bisherige einmalige Dienstbarkeitsentschädigung im Rahmen des Enteignungsrechtes muss durch eine wiederkehrende angemessene Vergütung für die dauerhafte Belastung und Mitbenutzung der Grundstücke ergänzt werden. Während der Staat den Netzbetreibern dauerhaft attraktive Renditen und den Kommunen ohne Eigentumsbezug zusätzliche Zahlungen zusichert, werden die Eigentümer der Flächen bisher mit einer Einmalzahlung abgespeist.

 4. Die Inanspruchnahme zusätzlicher Nutzflächen für ökologischen Ausgleich bei Projekten der Energiewende wird abgelehnt. Diese stellt an sich eine ökologische Maßnahme dar. Deshalb bedarf es keines naturschutzrechtlichen Ausgleichs.

5. Trotz Netzausbau sind dezentrale regionale Initiativen zur Stromerzeugung und Speicherung weiter zu stärken. Durch die Vernetzung von vielen dezentralen Erneuerbaren-Energien-Anlagen erhöht sich einerseits die Eigenversorgungsquote und zugleich gibt es die Möglichkeit durch flexible Fahrweise und durch netzoptimierten Einsatz von Energiespeichern, das Stromnetz zu entlasten.

Quelle: BBV/dpa/pd

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