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News-Podcast für Landwirte: Von Robert Habeck bis Kinsey-Bodenanalyse

Robert-Habeck-Wirtschaftsminister © IMAGO / Chris Emil Janßen
am Mittwoch, 18.01.2023 - 05:30 (Jetzt kommentieren)

Der Podcast von agrarheute informiert wöchentlich über die wichtigsten Nachrichten für Landwirtinnen und Landwirte. In der neunzehnten Folge geht es unter anderem um die Verschlechterung der Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland, die australische Getreideernte, Preise für Holzpellets und den Nutzen der Kinsey-Bodenanalyse.


Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) warnt in einem Bericht, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland akut gefährdet sei. Dazu meint Simon Michel-Berger, Chefredakteur von agrarheute:

"Wird Deutschland bald zum „kranken Mann Europas“? Laut ZEW werden die Rahmenbedingungen für Familienunternehmen immer schlechter. Die größten Probleme sind Bürokratie, Steuern und Fachkräftemangel. Im Agrarbereich sind diese Erkenntnisse leider nicht neu. Eine Auswertung der Berichte des Nationalen Normenkontrollrats durch unsere Redaktion hat bereits 2022 ergeben, dass keine Branche stärker durch neue Regulierung belastet wird als die Landwirtschaft.

Ende November hat Wirtschaftsminister Robert Habeck im ZDF davor gewarnt, den Wirtschaftsstandort Deutschland schlechtzureden. Sein Amtskollege Cem Özdemir hat in der Land-Wirtschaftspolitik nicht viel geliefert. Schafft Habeck hier die Wende? Mehr Fachkräfte und weniger Regulierung sind große Baustellen – gegen sie ist der Bau zweier LNG-Terminals oder die Räumung eines Gebiets für den Braunkohle-Abbau quasi ein Kinderspiel."

Getreideernte in Australien über den Erwartungen

Die australische Getreideernte übertrifft die Erwartungen. Die Menge könnte auf ein Rekordergebnis von 42 Millionen Tonnen kommen, etwa 15 Prozent über den Schätzungen ist. Das Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Science hat seine Prognose für die australische Weizenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2022 bis 2023 im Dezember bereits auf ein neues Rekordhoch angehoben. Nachdem die ursprüngliche Schätzung bei 32,2 Millionen Tonnen lag, wurde diese im Vormonat bereits auf 36,6 Millionen Tonnen korrigiert.

Die Weizenexporte steigen ebenfalls auf einen neuen Rekord. Händler und Analysten gehen davon aus, dass Australien etwa 27 bis 28,5 Millionen Tonnen exportiert werden. Aufgrund von Logistikproblemen ist der Export jedoch begrenzt. Bereits in den letzten Jahren war die Logistikkette komplett ausgelastet.

Preise für Holzpellets fallen weiter

Nachdem der Preis für Holzpellets zum Jahreswechsel bereits die 500-Euro-Marke erreicht hatte, fiel der Endverbraucherpreis nun um weitere 6 Prozent auf durchschnittlich 470 Euro je Tonne. Regionale Preisunterschiede werden kleiner, bleiben aber deutlich. So kostete die Tonne in Berlin zuletzt 514 €, in Hessen hingegen nur 440 €.

Derzeit sieht es auch nicht danach aus, dass der Preisrutsch bereits am Ende angekommen ist. Auch andere Energieträger – also Heizöl, Gas und Strom - werden momentan deutlich billiger. Normalerweise starten die Pelletpreise relativ hoch ins Jahr, dann folgt ein Rückgang im Sommer, bevor sie im Herbst wieder anziehen.

Kinsey-Bodenanalyse – Forscher kommen zu ernüchterndem Ergebnis

Amerikanische Wissenschaftler haben untersucht, was die Kinsey-Bodenanalyse bringt. Über sechs Jahre haben sie Anbauversuche unternommen und ausgewertet. Das Ergebnis: Die Optimierung des Calcium-Magnesium-Verhältnis, wie Kinsey sie fordert, hat keinen Einfluss auf die Erträge von Mais und Soja. Anders sieht es mit dem Boden-pH-Wert aus, der die Erträge tatsächlich positiv beeinflusst hat. Auch in Deutschland haben Wissenschaftler die Analysemethode nach Kinsey bereits kritisiert. Entwickelt wurde sie in den 1940er Jahren vom amerikanischen Berater Albrecht-Kinsey.

Dubiose Deals mit Agrarflächen in den Niederlanden

In den Niederlanden haben Immobilienmakler anscheinend zahlreiche landwirtschaftliche Grundstücke zu überhöhten Preisen verkauft. Das berichtete der Fernsehsender RTL Nieuws. Dabei wurden zunächst große landwirtschaftliche Grundstücke gekauft und danach in mehrere Parzellen aufgeteilt.

Potenziellen Käufern wurde glaubhaft gemacht, dass das Grundstück schon bald als Bauland genutzt werden könne. Nach der Aufteilung sei der durchschnittliche Verkaufspreis von 4,50 € je Quadratmeter auf 55 € gestiegen. Laut RTL Nieuws wurden seit 2005 mit solchen Geschäften schätzungsweise 384 Millionen Euro umgesetzt.

Photovoltaikanlage zum Nulltarif

Photovoltaik für Null Euro – Was ist dran am Mythos Miet-Solaranlage? In einem Video-Beitrag beantwortet agrarheute die wichtigsten Fragen rund um das Thema und sagt Ihnen, worauf Sie achten sollten.

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