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News-Podcast für Landwirte: Von Russland bis Mehrwertsteuer-Senkung

Bundeslandwirtschaftsminister-Cem-Oezdemir-Mehrwertsteuer © IMAGO / Political-Moments
am Mittwoch, 11.01.2023 - 05:30 (20 Kommentare)

Der Podcast von agrarheute informiert wöchentlich über die wichtigsten Nachrichten für Landwirtinnen und Landwirte. In der achtzehnten Folge geht es unter anderem um einen Rekord bei der russischen Getreideernte, die Senkung der Butterpreise durch Aldi, Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel, die Erbschaftssteuer und den Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse abzuschaffen.


Der Bundeslandwirtschaftsminister forderte in einem Interview mit der Funke Mediengruppe, den Mehrwertsteuersatz für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte auf null zu senken. Dazu kommentiert Simon Michel-Berger, Chefredakteur von agrarheute: "Kurz vor der Grünen Woche hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wieder einmal eine seiner Lieblingsforderungen aus der Mottenkiste geholt: Die Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte soll weg. Dadurch könne etwas für die gesunde Ernährung von Menschen gerade mit kleinem Geldbeutel getan werden. Ich finde, dass ist eine gute Idee: Endlich können die Menschen in der Winterzeit billigere Erdbeeren aus dem Ausland essen! Endlich werden so beliebte Früchte wie Bananen – immerhin das am zweitmeisten verzehrte Obst in Deutschland – erschwinglicher!  Endlich werden holländische Gewächshaustomaten günstiger! Aber war da nicht was: Klimawandel, regionale Lebensmittel stärken, Steuervergünstigungen, die von Konzernen nicht weitergegeben werden? Wohl doch keine so gute Idee, Herr Özdemir."

Russland mit Rekordgetreideernte im Jahr 2022

Flutet Russland die Getreidemärkte? Nach vorläufigen offiziellen Daten hat die russische Föderation eine Rekordgetreideernte von 151 Millionen Tonnen eingebracht. Darunter sind 102,7 Millionen Tonnen Weizen. Vor diesem Hintergrund muss wohl auch das US-Landwirtschaftsministerium den marktbestimmenden USDA-Getreidereport anpassen. Bislang geht dieser von einer Weizenernte von 91 Millionen Tonnen aus. Sollte es zu der Korrektur kommen, könnte das die Märkte und die Weizenpreise weiter unter Druck setzen. Analysten der russischen Landwirtschaftsberatung IKAR gehen von Weizenexportenzwischen 3,6 und 3,8 Millionen Tonnen Weizen im Januar 2023 aus. Für 2023 geht das Landwirtschaftsministerium Russlands von einer Getreideernte von nur noch gut 125 Millionen Tonnen aus, darunter 80 bis 85 Millionen Tonnen Weizen.

Aldi erhöht den Milchpreis, senkt aber den Preis für Butter

Obwohl am Milchmarkt einige Frühindikatoren eher auf fallende Milchpreise hindeuten, konnten die Molkereien offenbar stabile Einkaufspreise für das erste Halbjahr durchsetzen. Zum Jahresbeginn hat der Lebensmitteinzelhandel die Verbraucherpreise für Trinkmilch leicht angehoben. Der Discounter Aldi hob den Verbraucherpreis seiner H-Milch um 6 Cent auf 1,15 Euro je Liter an. Auch konkurrierende Handelsketten haben die Preise leicht erhöht. Im Gegensatz dazu senkte der Discounter den Preis von Butter schon vor Weihnachten. Der Preis für das 250 Gramm Päckchen der Eigenmarke „Milsani“ sinkt bei Aldi um 30 Cent auf 1,99 Euro. Die Eigenmarke für Bio-Butter kostet nur noch 2,99 Euro. Der Verband der Milcherzeuger Bayerns  nannte das Vorgehen des Discounters überraschend: Die Preissenkung erfolgte ohne Vorwarnung und während der wohl noch bis Ende Januar laufenden Kontraktzeit.

Pflanzenschutz – Notfallzulassung für 7 Mittel

Sieben Pflanzenschutzmittel haben 2023 eine Notfallzulassung erhalten, die deren Einsatz erlaubt. Bei vier davon handelt es sich um Mittel die in Beizen für Mais oder Zuckerrüben eingesetzt werden. Es handelt sich um Wirkstoffe, die in Produkten mit den Handelsnamen Korit 420 FS, Vibrance SB, Apron XL und Maxim XL verwendet werden. Ebenfalls eine Notfallzulassung erhielten drei Fungizide für den Einsatz bei Erbsen, Sonnenblumen und Wein. Diese tragen die Handelsnamen Wakil XL, Apron XL und Beltanol XL. Notfallzulassungen sind zeitlich begrenzt. Eine genaue Aufschlüsselung mit allen wichtigen Daten, finden Sie im Artikel: Pflanzenschutz: Diese sieben Mittel haben 2023 eine Notfallzulassung.

Farmer in Neuseeland stellen grüne Kreuze auf

Was mit einer Aktion in Deutschland begann, macht nun auch in Neuseeland die RundeEin neuseeländischer Farmer, welcher zu Besuch in Deutschland war, ist auf Mahnaktion aufmerksam geworden. 2019 hatte Bauer Willi das erste grüne Kreuz aufgestellt, um Politik und Gesellschaft auf ihre ernste Lage aufmerksam zu machen. Weil die Vorschriften für die Landwirtschaft auch in Neuseeland immer strenger werden, sind dort mittlerweile Hunderte von grünen Kreuzen zu sehen. Die Mahnaktion vorangetrieben habe die Landwirte-Gruppe Your food producers. Das Ziel bestehe vor allem darin, die Verbraucher für die Probleme der Bauern zu sensibilisieren und über die Konsequenzen für die Lebensmittelpreise aufzuklären. So erhöhen beispielsweise neue Auflagen für die Düngung und Pflanzenschutzmittelausbringung die Verbraucherpreise.

Wütende Veganer wegen ausgestopftem Rind in der Edeka-Wurstabteilung

Ein ausgestopftes Rind ziert in Brandenburg die Wurstabteilung einer Edeka Filiale. Die etwas andere Form der Dekoration kam bei vielen Veganern und Vegetariern gar nicht gut an. Das präparierte Rind löste einen Shitstorm auf Twitter aus. Einige User forderten den Totalboykott der Filiale in Hennigsdorf. Doch der ein oder andere fand es durchaus sinnvoll, zu verdeutlichen, dass Tiere für Wurst sterben müssen. Es mache schon Sinn zu sehen, dass Fleisch bzw. Wurst von einem Lebewesen ist und nicht vom Himmel falle.

Immobilie vererben wird teurer – vor allem in Bayern

Das Vererben und Verschenken von Immobilien ist seit 2023 erheblich teurerGrund ist eine Gesetzesänderung, welche die steuerlichen Bewertungsmaßstäbe von bebauten Grundstücken geändert hat. Vor allem Bayern ist betroffen, denn neun der zehn teuersten Landkreise liegen im Freistaat. Mehr dazu zeigen wir in einem Video:

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