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Bauernproteste

Niederlande: Darum werden Bauern nach Protesten bedroht

#boerenprotest
am Montag, 06.01.2020 - 10:22 (1 Kommentar)

Niederländische Bauernorganisationen haben einen Brief erhalten, in dem mit Sabotage und Brandstiftung auf ihren Betrieben gedroht wird.

Die Briefschreiber nennen die jüngsten Protestaktionen der Bauern "terroristisch", berichten die niederländische Tageszeitung Brabants Dagblad (BD) und die Bauernorganisation Farmers Defence Force.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und Bauernorganisationen empfehlen den niederländischen Landwirten erhöhte Wachsamkeit. Damit scheint die gesellschaftliche Auseinandersetzung  zwischen Bauern und Umweltaktivisten in den Niederlanden eine neue Eskalationsstufe erreicht zu haben.

Umfragen in der Bevölkerung hatten jedoch gezeigt, dass zwei Drittel der Bürger Verständnis für die Proteste haben und nur ein Drittel dagegen sind. #boerenprotest

 

Bauern als Terroristen bezeichnet

Drohbrief

Die Briefschreiber drohen den Bauern "ihre Netzwerke" für Gegenmaßnahmen zu mobilisieren. In der Präambel des Briefes werden die Bauern als "verachtete Terroristen" bezeichnet. Jitty van der Werf, erhielt den Drohbrief am 24. Dezember an ihre Heimatadresse.

"Ich war zuvor Vorstandsmitglied der Farmers Defense Force", sagte Van der Werf gegenüber der Tageszeitung BD. "Sie sind wahrscheinlich auf diese Weise zu meiner Adresse gekommen." Einige Tage später, am 31. Dezember, meldete sich van der Werf im Namen aller niederländischen Bauern bei der Polizei. Und ich wurde gefragt, ob ich noch den Umschlag habe, der den Brief enthielt.

Die Polizei wird weitere Nachforschungen anstellen: "Sie nehmen es ernst", sagte die Bauernaktivistin. FarmersDefenceForce

Wir haben keine Angst

Ein Polizeisprecher bestätigt, dass ein Bericht über die Bedrohung aufgezeichnet wurde und dass die Polizei die Angelegenheit untersucht. Mark van den Oever, Vorsitzender der Farmers Defense Force der Action Group aus Sint Hubert, geht davon aus, dass der Brief an seine Organisation gerichtet war.

,,Wir bekommen viele Drohbriefe, damit machen wir aber nicht viel. Wenn sie sehr verrückt sind, gebe ich sie an die Polizei weiter. Das passiert regelmäßig. Unser ehemaliges Vorstandsmitglied hat nun beschlossen, diesen Brief weiterzugeben. "Wenn sie kommen, sind wir bereit, sagt Van den Oever.  Er lacht über die Frage, ob er jetzt aufhören wird, Maßnahmen zu ergreifen.

"Wir haben keine Angst vor dem Teufel, geschweige denn vor einem A4-Blatt ohne Namen“, sagt Van den Oever.

Trotzdem Sicherheitsmaßnahmen ergreifen

#boerenprotest

Der Schafzüchter Bart Kemp, Mitglied des Farmers Action Club Agractie Nederland, nimmt den Brief indessen ernst. "Wir raten den Bauern, Sicherheitsmaßnahmen wie das Aufhängen von Kameras zu ergreifen." Er ist besonders besorgt über die Gefahr von Brandstiftung.

"Ich bin eine öffentliche Persönlichkeit und ich habe eine strohgedeckte Farm, in der Kinder schlafen“, sagt Kemp. Der Brief ist laut Van der Werf mit vier Abkürzungen versehen, die von Tierschutz- und Umweltorganisationen, einschließlich Extinction Rebellion, verwendet werden.

Ein Sprecher dieser Bewegung sagte jedoch: "Wir machen das nicht. Wir sind nicht immer mit den Bauern einverstanden, aber das geht zu weit". Agraction-Führer Kemp sagt, dass möglichweise eines der Mitglieder den Brief geschickt hat."Wir haben keine guten Beziehungen dazu, ich weiß nicht, wie gut es organisiert ist."

Bauernverband mahnt zur Vorsicht

Kemp überlässt es der Polizei zu beurteilen, woher der Brief kommt. Ein Sprecher der Bauernorganisation ZLTO sagt zu dem Brief: Sie selbst habe kein Drohschreiben erhalten. Die Organisation teilt jedoch mit: "Natürlich sind die Bauern besonders besorgt über diese Art von Bedrohung. Landwirte werden manchmal von Tierextremisten geächtet. Dieser Brief ist ein weiterer Ausdruck davon".

Unser Aufruf: "Informieren Sie rechtzeitig die Polizei, verhindern Sie Einbruch in ihren Betrieb mit Kameras und seien Sie besonders wachsam." #boerenprotest

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