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Düngerecht und Nährstoffbelastung

Nitrat im Grundwasser: EU-Parlament will Messstellen-Chaos beenden

Grundwasser-Messstelle
am Donnerstag, 07.04.2022 - 10:30 (Jetzt kommentieren)

Das Europaparlament fordert eine gleichwertige, vergleichbare Erfassung der Nährstoffbelastung in Gewässern.

Mit Blick auf die Nitratbelastung haben sich die Abgeordneten für eine Harmonisierung der Messung und Bewertung ausgesprochen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Daten aus verschiedenen Mitgliedstaaten vergleichbar seien, so der Tenor einer Entschließung, die diese Woche in Straßburg mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.

Nach Ansicht der Parlamentarier sollten Wasserschutzmaßnahmen auf tatsächlichen Daten zur Wasserqualität und nicht auf theoretischen Modellen beruhen.

Gewässer durch innovative Technik in der Landwirtschaft entlasten

Das Parlament fordert die EU-Kommission auf, ihre Bemühungen zur Durchsetzung der EU-Nitratrichtlinie zu verstärken. Die Bürger sollen über Verstöße durch die Mitgliedstaaten offen informiert werden.

Um die Gewässerbelastung zu verringern, sollte nach Einschätzung des Europaparlaments zudem auf eine bessere Abwasseraufbereitung und Innovationen in der Landwirtschaft gesetzt werden. Die Agrar- und Ernährungswirtschaft müsse effizienter mit Nährstoffen umgehen und nachhaltiger mit Ressourcen wie Wasser, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln wirtschaften.

In diesem Zusammenhang sprechen sich die Abgeordneten dafür aus, zur Unterstützung der Landwirte alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen und nicht nur die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu belasten.

FDP kritisiert katastrophale Probleme mit den Messstellen

Der agrarpolitische Sprecher der FDP im Europaparlament, Jan-Christoph Oetjen, erklärte, die Harmonisierung der Nitratmessstellen in Europa sei „mehr als überfällig“. Immer wieder habe es „katastrophale Probleme“ mit Messstellen gegeben und die Landwirte hätten als „Sündenbock“ herhalten müssen.

Oetjen sieht jetzt die Mitgliedstaaten am Zug. Die Landesregierung in Niedersachsen und auch die Bundesregierung könnten nicht länger untätig dabei zusehen, wie die heimischen Landwirte wegen falscher Messmethoden abgestraft würden.

EP: Nährstoffe aus Dünger sind Hauptursache der Gewässerbelastung

In der Entschließung heißt es, Stickstoff und Phosphor aus Düngemitteln seien eine der Hauptursachen für die Gewässerbelastung in der EU.

Nach offiziellen Angaben der Kommission wurde von 2016 bis 2019 in den Mitgliedstaaten in 14,1 % des Grundwassers der Grenzwert für die Nitratkonzentration im Trinkwasser überschritten. In der EU sind 36 % der Flüsse und 32 % der Seen als eutroph gemeldet; hinzu kommen 81 % der Meeres- und 31 % der Küstengewässer.

Im genannten Zeitraum gab es zehn Vertragsverletzungsverfahren gegen Mitgliedstaaten aufgrund von Verstößen gegen die Nitratrichtlinie.

Mit Material von AgE
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