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+++ Exklusiv, aktualisiert am 1. Juli 2020, 16:00 Uhr +++

Nitratbericht 2020: Nitratwerte im Grundwasser nur minimal verbessert

Ausbringung von Gülle auf einem Acker
am Dienstag, 30.06.2020 - 09:19 (2 Kommentare)

Die Nitratbelastung an den Grundwassermessstellen in Deutschland hat sich zwischen 2016 und 2018 nur wenig verbessert. Das geht aus dem jährlichen Nitratbericht hervor, den das Bundesumweltministerium (BMU) bis 30. Juni an die EU-Kommission melden muss.

Grundwassermessstelle

+++ Update vom 1. Juli 2020, 16:00 Uhr: Reaktion des DBV auf Nitratbericht +++

Der Deutsche Bauernverband (DBV) schätzte die Ergebnisse des Nitratberichts in einer Pressemitteilung vom 1. Juli 2020 als eher positiv ein. DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling hob hervor, dass die gesunkenen Nitratwerte auf die angestrebte Entwicklung beim Gewässerschutz hinwiesen. Der nur geringe Rückgang der Messstellen, an denen der Grenzwert überschritten wird, verdeutliche die langsam fortschreitende Neubildung des Grundwassers.
Darüber hinaus betonte Hemmerling, dass zu überprüfen sei, inwiefern Einflüsse aus der Landwirtschaft für die Nitratwerte verantwortlich sind. Berücksichtigt werden müsse dies auch bei der Festlegung der roten Gebiete sowie bei der Binnendifferenzierung durch die Länder. Gegebenenfalls müsse „es Landwirten ermöglicht werden, sich durch einzelbetriebliche Nachweise von den Auflagen zu befreien“, so Hemmerling.   

 

Wie agrarheute aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hatte, lagen von den 692 Messtellen des EU-Nitratnetzwerks 2018 noch 26,7 % über dem von der EU-Nitratrichtlinie geforderten Wert von 50 mg Nitrat pro Liter. Das sind 1,5 Prozentpunkte weniger als 2016. Der Anteil der Messtellen mit Werten zwischen 40 und 50 mg/l stieg zeitgleich um 1,7 Prozentpunkte auf 9,5 %. Messstellen mit bis zu 25 mg/l machten 49,6 % des Netzwerks aus, 0,6 Prozentpunkte weniger als 2016. Das EU-Nitratnetzwerk ist eine Erweiterung des früher geltenden deutschen Belastungsmessnetzes.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt laut dem Nitratbericht auch das Messnetz, das für die Berichterstattung an die europäische Umweltagentur herangezogen wird. Es besteht aus insgesamt gut 1200 Messstellen und gilt laut dem Nitratbericht als repräsentativ für Deutschland.

  • Demnach sank die Anzahl der Messpunkte, an denen der 50 mg/l Nitratgrenzwert der EU überschritten wird, um 0,8 Prozentpunkte auf 17,3 %.
  • Der Anteil der Stellen mit einer Belastung zwischen 40 und 50 mg/l stieg um lediglich 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 %.
  • Hingegen wiesen 65 % aller Messpunkte in 2018 Werte bis 25 mg/l aus, 0,5 Prozentpunkte mehr als 2016.

Nicht berücksichtigt sind im Bericht die Änderungen bzw. Erweiterungen des Messstellennetzes in den Ländern und die jüngsten Verschärfungen der Düngeverordnung. Deren Auswirkungen werden frühestens in einigen Jahren feststellbar sein.

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