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Grundwasserschutz

Nordrhein-Westfalen passt Landesdüngeverordnung an

Gülledüngung
am Mittwoch, 25.03.2020 - 12:13 (Jetzt kommentieren)

Mehr Gewässerschutz und mehr Planungssicherheit für Landwirte verspricht die am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung verabschiedete Änderung der Landesdüngeverordnung. Damit wird eine stärkere Binnendifferenzierung nitratbelasteter Gebiete auf Basis neuer Messungen und Modellierungen umgesetzt.

"Mit der Anpassung der Landesdüngeverordnung verabschieden wir uns vom Gießkannenprinzip und definieren klar abgegrenzte Feldblöcke, in denen zusätzliche Anforderungen zum Grundwasserschutz zielgenau umgesetzt werden müssen", erläuterte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser die Anpassung. "Diese Erfahrungen werden wir auch bei der Umsetzung der neuen Bundesdüngeverordnung einbringen." Die Abstimmung der Länder im Bundesrat über die Verschärfung der bundesweit geltenden Düngeverordnung ist für diesen Freitag, den 27. März, geplant.

Deutlich weniger Rote Gebiete

Ausgangspunkt für die differenzierte Betrachtung der nitratbelasteten Gebiete in NRW waren neue Monitoring-Ergebnisse zur Bewertung des chemischen Zustands der Grundwasserkörper. Danach ist der Anteil der nitratbelasteten "roten" Grundwasserkörper in Bezug auf die Fläche NRWs nach Angaben der Landesregierung von knapp 42 Prozent im Monitoringzyklus 2007-2012 auf knapp 26 Prozent im aktuellen dritten Monitoringzyklus 2013-2018 zurückgegangen.

Auf Basis dieser Ergebnisse sowie von Modellierungen hat das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) eine Binnendifferenzierung vorgenommen und darauf aufbauend eine neue Gebietskulisse skizziert. Konkret wurden Flächen identifiziert, in denen auch bei Einhaltung der geltenden Anforderungen der Düngeverordnung eine Überschreitung der Nitratgrenzwerte besteht oder zu erwarten ist und daher zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Die Bewertung und Differenzierung erfolgt auf Feldblockebene. Dadurch werden etwa 90 Prozent aller nitratbelasteten Messstellen abgedeckt.

Neue Gebietskulisse

Neue Gebietskulisse NRW

Die betroffene Fläche umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von insgesamt rund 303.000 ha. Dies entspricht 19,4 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Nordrhein-Westfalen und 36,6 Prozent der bisherigen Kulisse (nach §13 DüV) der nitratbelasteten sogenannten "roten" Grundwasserkörper.

"Mit der neuen Änderungsverordnung werden die nitratbelasteten Gebiete stärker differenziert, damit weitergehende Maßnahmen genau dort angewandt werden können, wo sie notwendig sind. Somit werden zielgenau die Anforderungen an den Grundwasserschutz erfüllt, ohne hierbei die Landwirtschaft unverhältnismäßig zu belasten", sagte Heinen-Esser.

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