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NRW: Schulze Föcking tritt zurück

Christina Schulze Föcking
© ah/Fotografie Rauss
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Anke Fritz , agrarheute
am
15.05.2018

Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking ist zurückgetreten. Ursache sind die agressiven Angriffe gegen ihre Person und ihre Familie, wie sie in einer Erklärung schreibt.

Die nordrhein-westfälische Agrar- und Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU) hat ihr Amt heute (15.05.2018) niedergelegt.

In einer Erklärung beschreibt sie die Gründe: "Es war mir eine große Ehre, als Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz meine Heimat Nordrhein-Westfalen mitgestalten zu können. In den vergangenen Monaten und Wochen habe ich jedoch in anonymen Briefen und ganz offen im Internet Drohungen gegen meine Person, meine Gesundheit und mein Leben erfahren, die ich nie für möglich gehalten hätte und die das Maß des menschlich Zumutbaren weit überschritten haben.
 
Die Aggressivität der Angriffe hat mich in eine ständige Anspannung versetzt – und nicht nur mich: Der Preis meines politischen Amtes für meine Familie ist zu hoch.
 
Deshalb trete ich von meinem Amt als Ministerin zurück. Ich danke all jenen, die mir persönlich Rückendeckung gegeben haben und den Blick für den Menschen im Amt nicht verloren haben."

Anhaltende Kritik in den Medien an Schulze Föcking

Die Ministerin war unter anderem in die Kritik geraten, weil im Sommer 2017 heimlich aufgenommene Videos verletzter Schweine aus dem Familienbetrieb der Ministerin aufgetaucht waren. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen aber eingestellt, weil sie keine Verstöße gegen den Tierschutz sah.

Kritisiert wurde Schulze Föcking auch wegen der Auflösung der "Stabsstelle Umweltkriminalität" in ihrem Ministerium. Die mit nur einer Person besetzte Stelle hatte zuletzt auch einen Ordner über die Vorgänge in dem Mastbetrieb der Familie von Schulze Föcking angelegt. Die Ministerin hatte Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen, die Auflösung der Stabsstelle hänge damit zusammen.

Fraktionen beraten über Untersuchungsausschuss bei Schulze Föcking

Zuletzt hatte ein vermeintlicher Hacker-Angriff auf das TV-Netzwerk in ihrem Privathaus für Aufregung gesorgt, der sich erst vergangene Woche als Bedienungsfehler entpuppte.

Am Dienstagmittag wollten die Fraktionen von SPD und Grünen über einen Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags beraten, der die Vorwürfe gegen Schulze Föcking aufarbeiten soll.

Die Agrarverbände in Nordrhein-Westfalen bedauerten den Rücktritt der Ministerin in einer gemeinsamen Erklärung ausdrücklich als Verlust für die Landwirtschaft und das Land.

Mit Material von dpa
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