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Brandenburg

Präsident Wendorff zu ASP-Maßnahmen: "Totalverbot ist überzogen"

Brandenburgs-Bauernpraesident-Henrik Wendorff
am Freitag, 18.09.2020 - 12:10 (1 Kommentar)

Die Afrikanische Schweinepest beschäftigt die Branche. Zur außerordentlichen Pressekonferenz hat der Landesbauernverband Brandenburg am heutigen Freitag, 18. September, nach Teltow eingeladen. agrarheute war live vor Ort und hat ein Statement vom Präsidenten des Bauernverbands, Henrik Wendorff, zu den Maßnahmen im Kampf gegen die ASP eingeholt.

agrarheute-Redakteur Uwe Bräunig war zur Pressekonferenz in Teltow vor Ort und hat den Präsidenten des brandenburgischen Bauernverbandes gefragt, was nun getan werden muss, um die von der ASP-betroffenen Landwirte zu unterstützen. "In den Gefährdungsgebieten halten wir das Totalverbot der landwirtschaftlichen Tätigkeiten für überzogen. Die zu begrenzen auf Erntearbeiten wäre hier zielführender gewesen", betont Wendorff. 

ASP-Maßnahmen: Koordinieren und Schäden begrenzen

Die Politik sei jetzt gefordert, die Maßnahmen der einzelnen betroffenen Kreise noch besser zu koordinieren oder sogar selbst die Verantwortung für eine zentrale Steuerung zu übernehmen. Gemeinsam mit Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg, warf Wendorff den Behörden Versagen beim bisherigen Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest vor. Die Brandenburger Landwirte und Jäger fordern deshalb einen gemeinsamen und zentralen Krisenstab, der kreisübergreifend tätig ist, und mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet ist. Derzeit sind die drei Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spree und Dahme-Spreewald zuständig, deren Kompetenzen jeweils an der Kreisgrenze enden.

Wendorff und Hennersdorf kritisierten, dass das Wissen und die Pläne von Landesbauern- und Landesjagdverband zur Eindämmung der Seuche bislang nicht gefragt waren. Man erwarte jetzt schnellstens einen Anruf von einer von der Landesregierung beauftragen Person, die künftig die Arbeit aller Behörden und beteiligten Ministerien koordiniert.

Bauern und Jäger fordern stabile Schutzzäune

Kritisch äußerte sich Wendorff wiederholt zu den bislang errichteten mobilen, stromführenden Zäunen um das Kerngebiet. Sie seien zum Teil lückig und ohne Strom und seien auf Dauer nicht geeignet, das Wild in diesem Bereich zu halten. Notwendig seien feste Wildschutzzäune, die mindestens 1,50 m hoch sind und als Durchwühlschutz etwa 50 cm in der Erde verankert sind. Das treffe ebenso auf den Schutzzaun entlang der Grenze zu Polen zu, um ein erneutes Einwandern ASP-infizierter Wildschweine aus Polen zu verhindern.

Zum Thema finanzielle Entschädigungen für betroffene Landwirte äußert sich Wendorff zurückhaltend. Für ihn stehe zunächst die Schadensminimierung an erster Stelle.

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