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Wolfsmanagement

Problemwölfe: Umweltminister einigen sich auf weiteres Vorgehen

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Katharina Krenn, agrarheute
am
20.11.2017

Die Umweltminister der Länder haben sich auf ein einheitliches und praxisnahes Vorgehen beim Umgang mit auffälligen Wölfen verständigt. Die Ergebnisse im Überblick.

Im Rahmen der Umweltministerkonferenz (UMK) sprachen sich die Ressortchefs am vergangenen Freitag dafür aus, zeitnah Kriterien für den Umgang mit Problemwölfen zu entwickeln. Auf Grundlage des Berichts einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe stellt die Umweltministerkonferenz fest, dass die Weidehaltung aus ökologischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Gründen und zum Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar sei und dauerhaft gesichert werden müsse.

Definition und Handlungsempfehlungen

Der Empfehlungskatalog, der nun erarbeitet werden soll, soll insbesondere folgende Punkte umfassen:

  • eine klare Definition für „auffällige Wölfe“
  • konkrete Anforderungen an mögliche Präventionsmaßnahmen
  • die Erarbeitung von rechtssicheren und praktisch umsetzbaren Maßnahmen gegen auffällige Wölfe
  • klare Vorgaben für die damit verbundenen Dokumentationspflichten

Erste Ergebnisse soll der Bund im ersten Quartal 2018 vorlegen.

Forderungen an die Bundesregierung

Die Umweltminister der Länder stellen zudem Forderungen an die Bundesregierung:

  • jährlich den Erhaltungszustand der Wölfe in Deutschland einschätzen und eine Aktualisierung der Habitatanalyse vornehmen
  • Möglichkeiten der Vergrämung von Wölfen mit den Ländern praxistauglich weiterentwickeln
  • ein gemeinsames Bund-/Länderpapier zum Umgang mit auffälligen Wölfen erstellen
  • eine gemeinsame Berichterstattung mit Polen zum Erhaltungszustand des Raubtiers in beiden Ländern
  • Prüfung, ob Landwirte für Wolfmanagementaufgaben mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) mit einem Fördersatz von 100 % unterstützt werden können.

EU-Parlament gibt mehr Spielraum

Unterdessen hat das Europaparlament den Weg für Neubewertung der Wolfspopulationen in den Mitgliedsstaaten freigemacht. Im Entschließungsantrag zum „Aktionsplan für Menschen, Natur und Wirtschaft“, der am vergangenen Mittwoch in Brüssel beschlossen wurde, wird den Mitgliedsländern unter anderem mehr Spielraum bei der Handhabung des Managements grundsätzlich geschützter Arten in Regionen eingeräumt, in denen ein guter Erhaltungszustand erreicht wurde.

Laut dem CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Jahr weist der Aktionsplan erneut darauf hin, dass sich die Koexistenz der Menschen mit großen Karnivoren, insbesondere dem Wolf, in bestimmten Regionen negativ auf die dortigen Ökosysteme, die besiedelten ländlichen Räume und die Wirtschaft vor Ort auswirken könne. Jahr zufolge geht aus dem Aktionsplan auch hervor, dass die Mitgliedsstaaten konkrete Maßnahmen zur Bewältigung dieser Probleme ergreifen könnten, um die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume nicht zu gefährden.

Mit Material von AgE
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