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Agrarumweltpolitik

Protest: LsV Deutschland fordert Rücktritt von Schulze und Flasbarth

Bundesumweltministerin Svenja Schulze
am Dienstag, 26.05.2020 - 16:26 (3 Kommentare)

Land schafft Verbindung Deutschland (LsV Deutschland) fordert den sofortigen Rücktritt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Staatssekretär Jochen Flasbarth. Eine Protestaktion ist geplant.

Anlass der Rücktrittsforderung ist der „Bericht zur Lage der Natur", den Schulze vorige Woche in Berlin vorstellte. Dabei hatte Schulze der Landwirtschaft die Verantwortung für einen angeblich schlechten Zustand der Natur zugewiesen. „Vor allem in der Agrarlandschaft geht es der Natur {...} besorgniserregend schlecht“, so die Umweltministerin.

Land schafft Verbindung Deutschland ruft deshalb für Donnerstag, den 28. Mai 2020, zu bundesweiten Protestkundgebungen auf.

Landwirte wehren sich Diffamierung

„Wir Landwirte wehren uns gegen die Diffamierung durch die Politik. Wir fordern eine sachliche und nicht ideologische Betrachtung der Sachlage. Der Rückgang der Biodiversität muss ganzheitlich betrachtet werden und nicht einseitig“, erklärte LsV Deutschland.

Nicht nur die Landwirtschaft trage zum Verlust der Artenvielfalt bei, sondern die gesamte Gesellschaft, betont die Organisation. Bei 82 Millionen Menschen in Deutschland seien rund 60 Millionen Autos auf den Straßen unterwegs, über 50 Millionen Passagiere reisten mit dem Flugzeug. Durch den Ausbau des 5G-Netzes würden Insekten in ihrer Orientierung gestört, die Städte seien nachts durch die vielen Laternen taghell und 92 Milliarden Insekten würden durch die Luftverschmutzung vernichtet.

Die „Hygienisierung“ der Landwirtschaft hat nach Einschätzung von LsV Deutschland ebenfalls massive Auswirkungen auf den Insektenbestand: der klassische Misthaufen müsse abgedeckt werden, Weidetierhaltung werde immer schwieriger, da Wolfsrudel unkontrolliert Weidetiere angreifen und ein Schutz der Weidetiere nicht mehr möglich sei.

Kritik an mangelnder Dialogbereitschaft

LsV Deutschland wirft Ministerin Schulze und ihrem Staatssekretär Flasbarth vor, für den von LsV gewünschten und mehrfach angebotenen offenen und sachlichen Dialog nicht zur Verfügung zu stehen. Wer andere Meinungen aber nicht einmal anhöre, sei nicht dialogbereit, nicht demokratiefähig und müsse daher abgelöst werden.

LsV Original stellt Strafanzeige

In der vergangenen Woche hatte Land schafft Verbindung – Das Original gegen die Umweltministerin und die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, sogar Strafanzeige gestellt wegen Volksverhetzung, Verleumdung und rechtswidrigem Vermögensvorteil. Zur Begründung verwies die Organisation darauf, dass dem Bericht zur Lage der Natur jede wissenschaftlich fundierte Basis fehle.

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