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Fleischbranche

Proteste gegen Tönnies: Söder stimmt mit ein

Aufschrift an der Außenfassade der CSU-Landesleitung
am Montag, 06.07.2020 - 13:41 (Jetzt kommentieren)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert in einer Videobotschaft nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Zentrale in Rheda-Wiedenbrück „Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus“. Dieser Aufruf deckte sich mit dem Ziel der Demonstranten vor dem Tönnies-Werk.

Eine deutsche Agrarwende, wie sie sich auch in Bayern vollziehe, bewirbt Söder in seinem Video. Diese zeichne sich durch kleinere Betriebe, eine regionalere Wertschöpfung und Weideschlachtungen aus.

Nicht nur die Gewinnmaximierung, sondern auch die Einbeziehung von Tierwohl sollten im Mittelpunkt einer „heimatorientierten“ Wertschöpfungskette stehen.

Mehr Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Söder spricht sich außerdem für mehr finanzielle Mittel bei einer gleichzeitig gesteigerten Agrar-Ökologie aus. Die Wirtschaftlichkeit müsse trotz sich wandelnder Anforderungen an die Stallbauten und das Tierwohl erhalten bleiben.

Viele Verbraucher würden höhere Preise für die Produkte befürworten. Dennoch solle „Fleisch nicht unendlich teuer“, sondern „für jeden erschwinglich sein“, betont Söder.

Aufstand und friedliche Demonstration in Rheda-Wiedenbrück

Die Proteste vor der Tönnies-Zentrale am Samstag richteten sich gegen „Tierindustrie“ und „Fleischfabriken“. Für die Demo und eine dauerhafte Schließung des Betriebs geworben hatte das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“. Zwischenzeitlich wurde das Dach des Tönnies-Werks von vier Demonstranten besetzt. Zudem wurde die Hauptzufahrt des Werks durch Demonstranten blockiert.

Darüber hinaus versammelten sich nach Angaben von Augenzeugen etwa 100 Personen vor dem Werk zu einer friedlichen Demonstration.

Einschränkungen für Bevölkerung in Gütersloh noch bis zum 7. Juli

Nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Zentrale mit über 1500 infizierten Mitarbeitern wurde das öffentliche Leben in den Kreisen Gütersloh und Warendorf erneut eingeschränkt.

Für den Kreis Warendorf wurden die Maßnahmen bereits aufgehoben, da die Zahl der Neuinfektionen wieder unter den Grenzwert sank. Noch bis zum 7. Juli gelten die Einschränkungen im Kreis Gütersloh.

Mit Material von dpa

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