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Coronavirus

Raiffeisenverband rechnet nicht mit Verknappung bei Lebensmitteln

Ein Kunde deckt sich mit Brot ein
am Dienstag, 10.03.2020 - 13:30 (Jetzt kommentieren)

Es gibt derzeit durch gestörte Lieferketten einige logistische Herausforderungen; mit dauerhaften Engpässen bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken ist aber nicht zu rechnen.

Beim Deutschen Raiffeisenverband (drv) rechnet man durch Corona-bedingte Hamsterkäufe nicht mit einer nachhaltigen Verknappung bei Lebensmitteln. „Es gibt derzeit durch gestörte Lieferketten einige logistische Herausforderungen; mit dauerhaften Engpässen bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken ist aber nicht zu rechnen“, zeigte sich drv-Präsident Holzenkamp heute bei einer Pressekonferenz in Berlin überzeugt.

Die Unternehmen im genossenschaftlichen Verbund seien jederzeit in der Lage, die bestehende Nachfrage zu befriedigen. Aufgrund der engen internationalen Verflechtungen – zum Beispiel zwischen Deutschland und China bzw. Italien – würden sich Handelsströme aktuell aber verschieben, erläuterte Holzenkamp. Wenn die Logistik nicht mehr reibungslos funktioniere, merkten dies zuerst die Exporteure leicht verderblicher Waren wie Fleisch und Milch bzw.  Obst und Gemüse.

Die Folgen der Corona-Infektionen machten deutlich, wie fragil der internationale Handel heutzutage sei, so der drv-Präsident. Daher müsse Deutschland ein großes Eigeninteresse daran haben, auch künftig möglichst viele Lebensmittel selbst zu erzeugen - auch wenn bestimmte gesellschaftliche Gruppen meinten, auf die Landwirtschaft am Standort Deutschland verzichten zu können.

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Die Politik muss liefern!

Mit Engpässen in der Selbstversorgung rechnet Holzenkamp aber durchaus, sollten sich noch mehr Landwirte aufgrund unsicherer Rahmenbedingen aus der Produktion verabschieden. So sei in der Schweinehaltung aufgrund der unklaren Rechtslage mit einer nochmaligen Halbierung der Betriebszahlen zu rechnen.

Lege die Bundesregierung tatsächlich wert auf eine heimische Grundversorgung, müssten 2020 endlich klare Signale Richtung Landwirtschaft kommen. In der Tierhaltung müssten endlich gesellschaftlich tragfähige Lösungen aufgezeigt werden, um den Investitionsstau aufzulösen. Um gegenseitige Wertschätzung zu erreichen, müsse die noch im Aufbau befindliche „Zukunftskommission Landwirtschaft“ jetzt schnell eine neue gesamtgesellschaftliche Positionierung der Landwirtschaft erarbeiten. „Die Politik hat eine große Verantwortung für die deutschen Bauern – sie muss jetzt endlich liefern“, so die Ansage von Holzenkamp.

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