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Personalien

Reaktionen auf Schulze Föckings Rücktritt

Christina Schulze Föcking vor einem Traktor
© privat
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Norbert Lehmann , agrarheute
am
16.05.2018

In der Landwirtschaft hat der Rücktritt von NRW-Agrarministerin Christina Schulze Föcking großes Bedauern ausgelöst. Tierschützer feiern hingegen ihren "Sieg".

„Wir haben die Entscheidung von Frau Schulze Föcking mit großem Respekt, vor allem aber mit Bedauern zur Kenntnis genommen", erklärten die Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Johannes Röring und Bernhard Conzen, in einer gemeinsamen Verlautbarung.

Die Bauernfamilien in Nordrhein-Westfalen seien nach der Ernennung von Schulze Föcking sehr froh gewesen, dass endlich wieder eine Fachfrau an der Spitze des Agrarressorts Verantwortung übernommen habe, so Conzen und Röring.

Bedauerlicherweise hätten in den letzten Wochen und Monaten interessierte Kreise versucht, ihr dies als grundsätzliche Befangenheit auszulegen.

Die Entscheidung, ihr Amt als Ministerin nunmehr zum Schutz ihrer Familie niederzulegen, sei menschlich verständlich. Offensichtlich sei der psychische Druck zu groß geworden. Was bleibe, sei ein Verlust für die Landwirtschaft und das Land. Röring und Conzen dankten Christina Schulze Föcking für ihre gute und engagierte Arbeit.

Tierschützer begrüßen den Rücktritt

Im Gegensatz dazu erklärte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", er erkenne den Rücktritt der Ministerin "respektvoll" an. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) müsse jetzt eine Personalentscheidung treffen, "die im Besonderen für den Tierschutz auch eine Aufbruchstimmung verkörpert", so Schröder.

Die Tierschutzorganisation PETA Deutschland begrüßte die Rücktrittserklärung von Schulze Föcking auf dem Kurznachrichtenkanal Twitter gar als "Tolle News!" Die "Schweinequälerin" sei endlich zurückgetreten, doch im Bundestag würden weiterhin etliche Lobbyisten der Tiermafia sitzen, die den Tierschutz bekämpften.

Grüne nehmen die Rolle der Staatskanzlei in den Blick

Monika Düker, die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag NRW stellte fest, dass Angriffe auf die Privatsphäre, Hasskommentare und Drohungen kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein dürften.

Die "Flucht in die Opferrolle" könne über eines aber nicht hinwegtäuschen: Der Rücktritt der Ministerin sei zwangsläufig gewesen nach einem verheerenden ersten Amtsjahr, voll mit Skandalen, Widersprüchen und einer intransparenten Informationspolitik dem Parlament gegenüber, betonte Düker.

Trotz des Rückzugs blieben vor zahlreiche Fragen offen, die nicht nur die Amtsführung der ehemaligen Umweltministerin beträfen, sondern auch das Handeln der Staatskanzlei im Umgang mit dem vermeintlichen Hacker-Angriff. Klar sei, dass durch den Rücktritt ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss keineswegs obsolet geworden sei, sagte Düker. An Laschet richtete sie die Forderung, das Vorgehen umfassend aufzuklären.

 

agrarheute-Leser kritisieren Mobbing

Die Leser von agrarheute kritisieren auf unserer facebook-Seite überwiegend den Umgang mit Christina Schulze Föcking.

Eine kompetente Ministerin, die Ahnung von ihrem Fachgebiet habe, werde durch Mobbing aus dem Amt gedrängt, so der Tenor der regen User-Diskussion.

Mit Material von dpa
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