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BioFach

Robert Habeck warnt vor "Lidl-Bauern"

Robert Habeck auf der BioFach 2018
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
16.02.2018

Der Parteichef der Grünen, Dr. Robert Habeck, fordert ein staatliches Bio-Tierwohl-Label. Die Regierung müsse endlich "in die Puschen" kommen.

Das erklärte Habeck am Mittwoch (14.2.) auf einer Pressekonferenz zur „Zukunftsstrategie Ökolandbau“ im Zuge der BioFach in Nürnberg. Sollte der Einzelhandel schneller sein und selbst eine Haltungskennzeichnung einführen, dann könne das für die Landwirtschaft sehr gefährlich werden.

Landwirte, die zum Beispiel den Discounter Lidl beliefern, müssten dann die Lidl-Standards einhalten und vermutlich ihre Tierställe umbauen. Die Landwirte wären dann Lidl-Bauern und könnten nur noch für Lidl produzieren. „Hier greift die vertikale Integration voll durch und nimmt den Landwirten den Rest ihrer Marktteilnehmerfreiheit“, so Habeck, der auch Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein ist.

Habeck: Landwirtschaft soll generell ökologischer werden

Der Grünen-Parteichef fordert eine fließende Grenze zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft. Der Landbau soll generell ökologischer werden. Mit 20 Prozent Ökolandbau und 80 Prozent "Intensivlandwirtschaft" bis 2030 sei nicht viel gewonnen. „Wir machen die Inseln größer in einem Meer aus Maisanbau und Pestizideinsatz“, meinte Habeck.

Um 20 Prozent ökologisch bewirtschaftete Fläche bis 2030 zu erreichen, müssten laut Dr. Jürn Sanders vom Thünen Institut zusätzlich 30.000 bis 40.000 Landwirte ökologischen Landbau betreiben. Das sei eine erhebliche Steigerung, die die Politik hier anstrebe, so Sanders. Nur mit der entsprechenden Marktnachfrage und einer Neujustierung der politischen Rahmenbedingungen sei das zu schaffen.

Greening-Maßnahmen sind gescheitert

Nach Aussage des Grünen-Parteichefs Habeck sind die Greening-Maßnahmen gescheitert. Die Ursache liege in den stetig wachsenden Kontrollansprüchen und im hohen Bürokratieaufwand. „Die ganzen Kontrollen machen keine Freude mehr“, verdeutlichte Habeck.

Laut Sanders bringe es nichts, Finanzmittel von der 1. Säule in die 2. Säule umzuschichten. Daraus entstehe kein "Supermodell". Um ein effizientes System zu entwickeln, müsse man ein dickes Brett bohren. Damit solle die Politik endlich anfangen.

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