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Fragestunde des VDAJ

Rukwied: "Einbußen gehen an die Existenz"

Catrin Hahn, joule
am
14.01.2016

Im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche beantworten Agrarminister Christian Schmidt und DBV-Präsident Joachim Rukwied die Fragen der Presse. In diesem Jahr steht die schwierige wirtschafliche Lage der Betriebe im Mittelpunkt.

DBV-Präsident Joachim Rukwied (li.) und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei der Fragestunde des VDAJ. © Catrin Hahn

Fast schon traditionell ist die Fragestunde des Verbands Deutscher Agrarjournalisten im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und DBV-Präsident Joachim Rukwied stehen den Journalisten Rede und Antwort. Eines machte Rukwied gleich zur Eröffnung der Runde klar: "Landwirtschaft ist eine Zukunftsbranche" - angesichts der aktuellen Probleme und vor allem der aktuellen Stimmung in der Landwirtschaft - ein mutiger Satz.

50 Prozent Einkommensrückgang in zwei Jahren

Rukwied ging auf die schwierige Lage der Landwirte ein, denn das Konjunkturbarometer Agrar vom DBV hat die Krise der Branche nochmal verdeutlicht: "Die wirtschaftliche Lage ist schwierig, die Betriebe hatten 35 Prozent Einkommensrückgang zu verzeichnen im letzten Geschäftsjahr. In diesem rechnen wir im Moment mit weiteren 15 bis 20 Prozent Rückgang. Das sind 50 Prozent in zwei Jahren, das geht an die Existenz", betont Rukwied.

Rukwied fordert russisches Lebensmittelembargo zu beenden

Rukwied hält es angesichts dieser Lage für wichtig, die Sanktionen in Europa - im Besonderen das russische Lebensmittelembargo - zu beenden. Hier ergänzte Schmidt: "Russland setzt wie bekannt das Embargo fort, nun auch gegen die Türkei. Wir befinden uns in fortgesetzten Gesprächen und hoffen, in diesem Jahr hier zu einem Ende des Embargos zu kommen. Gestern hat Präsident Medwedjew von einer wirtschaftlich schwierigen Lage in Russland gesprochen und darauf hingewiesen, dass Investitionen durchaus willkommen seien."

Sorge wegen oligopoler Strukturen im Einzelhandel

Die anwesenden Journalisten interessierten sich auch für die Meinung des Bundeslandwirtschaftsministers hinsichtlich der Übernahme Kaiser's Tengelmann durch Edeka. Für Schmidt sei das eine Entscheidung des Bundeswirtschaftsministers, die er unter Beratung mit anderen Behörden, vor allem dem Kartellamt, fällt. Schmidt habe da keine Befugnis, mitzuentscheiden. Er äußert aber Bedenken wegen der weiteren Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Auch Rukwied zeigt Sorge wegen der Entwicklung oligopoler Strukturen.

Grüne Woche: Die Agrarmesse im Wandel der Zeit

Sammelbild zur Grünen Woche
Vom 20. bis 29. Januar 2017 lädt Berlins traditionsreichste und besucherstärkste Messe zur 82. Auflage in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm ein. Die Messe Berlin erwartet mehr als 1.600 Aussteller aus rund 70 Ländern sowie über 400.000 Fach- und Privatbesucher. Partnerland ist Ungarn mit der 45. Messeteilnahme seit 1972. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche
Die Grüne Woche feierte 2015 ihr 80-jähriges Jubiläum. 1926 lud die Messe zum ersten Mal die Stadtbevölkerung vor die Tore Berlins ein. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Funkturm
Da steht "er", der Funkturm 1926 mit der Funkhalle rechts daneben. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Landtechnik
1928: Bei der Messe gibt es seit Anbeginn einen Blick auf die Landtechnik der Zeit. Hier ein damals neuer Motorpflug mit dreischarigem Gelenkpflug und einem 40 PS-Motor. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche erste Kettensäge
1931: Das ließ das Holzfällerherz höher schlagen: die erste Kettensäge. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche 1934
1934: Die Besucher der Grünen Woche bestaunen die neuesten Errungenschaften in der Milchviehhaltung. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche 'Haus Richtig'
1937: Das "Haus Richtig" unterrichtet in der vorbildlichen Organisation der häuslichen Küche. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Messe 1949
Nach dem Krieg wird die Messe 1949 fortgesetzt (Bild: 1951). Schon in den frühen Morgenstunden herrscht großer Andrang an den Toren zur Grünen Woche. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche alpenländische Schleppergeschlicklichkeit
1956: In den 1950er-Jahren eine Institution auf der Grünen Woche: Das alljährliche Schleppergeschicklichkeitsfahren. Insbesondere junge ostdeutsche Bauern sollten dabei von den Vorzügen westlicher Traktorentechnik überzeugt werden. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Hanomag Schlepper
1963: Mehr Komfort hält Einzug in den Landbau. Dieser Hanomag-Schlepper auf der Internationalen Grünen Woche Berlin bietet einen bisher nie da gewesenen Luxus für den Traktorführer. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Willy Brandt
1968: Vizekanzler und Bundesaußenminister Willy Brandt besucht auf seinem Rundgang über die IGW die Ländergemeinschaftsschau Kenias. Die Messe wird zu einem wichtigen Kontaktmarkt der sich entwickelnden Nord-Süd-Zusammenarbeit. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Tadem-Melkstand
1975: Ein neuartiger Tandem-Melkstand erregte in Halle 23 die Aufmerksamkeit der Besucher. Durch mehr als eine halbe Million Besucher auf der Internationalen Grünen Woche ist der Messeplatz Berlin in der ganzen Welt aufgewertet worden. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Wurstbaum
1976: Ein Baum aus Würsten war die Attraktion des türkischen Gemeinschaftsstandes in Halle 11. Zum 50-jährigen Jubiläum der Internationalen Grünen Woche waren in 19 Hallen 567 Aussteller vertreten. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Schweineproduktion
1981: Die Leistungsschau "Schweineproduktion - Züchtung, Haltung, Schlachtwert" in Halle 23 begeistert nicht nur Landwirte aus ganz Deutschland. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Jubiläumstorte
1985: Jubiläumstorte von Dänemark für die Belegschaft der AMK Berlin: Geschäftsführer Manfred Busche (r.), Bundesminister Ignaz Kiechle (mitte links) und Eberhard Diepgen (mitte rechts), der Regierende Bürgermeister von Berlin. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche neue Bundesländer
1991: Zum ersten Mal dabei waren die fünf neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklemburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Bundesschau Fleischrinder
1994: Wettbewerb der besten Rinder im Rahmen der 3. Bundesschau der Fleischrinder. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Erlebnisbauernhof
2000: Zum ersten Mal lädt der "ErlebnisBauernhof" auf der Internationalen Grünen Woche ein, um in einer Halle die gesamte landwirtschaftliche Produktionskette zu verfolgen. Für Speiß und Trank ist natürlich auch gesorgt. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Rundgang Frau Merkel
2003: Auf ihrem Rundgang wird die damalige Bundesvorsitzende der CDU, Angela Merkel von Gerd Sonnleitner, damaliger Präsident des Deutschen Bauernverbandes begleitet. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche russische Delegation
2005: Die russische Föderation beteilligt sich mit der größten Auslandsbeteiligung an der Internationalen Grünen Woche. Hier zu sehen ist das Haus des Tees. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Brandenburger Tor
2006: Eine Projektion des Lichtkünstlers Karl Feldmann verwandelt das Brandenburger Tor in ein illuminiertes Kunstwerk. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Eröffnungsfeier 2009
Time goes by: Eröffnungsfeier IGW 2009 - Gerda Verburg, Ministerin für Landwirtschaft, Naturschutz und Lebensmittelqualität der Niederlande; llse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Mariann Fischer Boel, EU- Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin (v.l.n.r) © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche 30millionste Besucherin
IGW 2010: Als 30-millionste Besucherin seit der ersten Veranstaltung vor 84 Jahren wurde Mandy Scholz aus Königshorst (Brandenburg) auf der Grünen Woche vom Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe Berlin, Raimund Hosch, und Vertretern aus allen Bundesländern begrüßt. © Messe Berlin
Internationale Grüne Woche Eröffnungsrundgang
Eröffnungsrundgang Grüne Woche 2014: 'Frau Antje' aus Holland serviert Käse, v.l.n.r. Ingrid Maaß (COO Messe Berlin GmbH), Sharon Dijksma (Landwirtschaftministerin), 'Frau Antje', Dr. Hans-Peter Friedrich (Bundeslandwirtschaftsminister), Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister Berlin), Joachim Rudwiek (Bauernpräsident) © Messe Berlin
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