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Grüne Woche

Rukwied: Stoffstrombilanz im ersten Jahr sanktionsfrei halten

DBV-Präsident Joachim Rukwied
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
18.01.2018

Fehler bei der Stoffstrombilanzierung sollten im ersten Jahr des neuen Düngerechts sanktionsfrei bleiben. Das fordert DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Vor Agrarjournalisten in Berlin erinnerte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) heute daran, dass noch kurz vor Weihnachten die Vorgaben für das Erstellen der Stoffstrombilanz nicht klar gewesen seien. Auch die Rechenmodelle seien nicht programmiert gewesen. Darum könne das erste Jahr der Anwendung des neuen Düngerechts nur ein Jahr des Lernens sein. Sanktionen für die Betriebe wären in dieser Situation absolut unfair.

Zugleich äußerte Rukwied kurz vor einem Treffen mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan die Erwartung, dass die EU-Kommission nun das Klageverfahren gegen Deutschland wegen der Nichtumsetzung der Nitratrichtlinie einstellt. Deutschland habe seine Hausaufgaben gemacht, sagte der DBV-Präsident.

Rukwied hat Nitratwerte im Blick

Im Hinblick auf die Nitratbelastung wies Rukwied darauf hin, dass die deutsche Landwirtschaft in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht und Verbesserungen erreicht habe. Aber es gebe auch rund 15 Prozent „rote Gebiete“, in denen die Nährstoffbelastung zu hoch sei. „Da ist was falsch gelaufen und da muss sich was bewegen; auch dort müssen künftig die Düngung und Nitratwerte in Ordnung kommen“, unterstrich der Verbandspräsident.

Beitrag zum EU-Haushalt anheben

Rukwied ging auch auf die Vorschläge von EU-Agrarkommissar Hogan zur nächsten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und auf die EU-Haushaltslage ein. Positiv bewertete er, dass Hogan das bewährte Zwei-Säulen-Modell erhalten wolle.

Rukwied appellierte an die Mitgliedstaaten, die Deckelung des Anteils am Bruttonationaleinkommens für den EU-Beitrag anzuheben. Europa könne seine neuen und traditionellen Aufgaben nur bewerkstelligen, wenn der Beitrag erhöht werde. Der mehrjährige Finanzrahmen für die Zeit nach 2020, für den die Kommission im Mai ihren Vorschlag vorlegen will, müsse solide ausgestaltet werden.

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