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Sommerdürre 2018

Rund 228 Millionen Euro an Dürrehilfen ausgezahlt

AF-Trockenheit_Maissilage
am
19.08.2019
(4 Kommentare)

Nach der langen Dürre in vielen Regionen Deutschlands im vergangenen Jahr sind rund 228 Millionen Euro an staatlicher Nothilfe an die Landwirtschaft ausgezahlt worden.

Überweisung noch nicht abgeschlossen

Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die größte Einzelsumme aus dem Bund-Länder-Programm entfiel mit Stand 31. Juli auf Brandenburg mit 69,7 Millionen Euro. Betriebe in Sachsen-Anhalt erhielten insgesamt 42,5 Millionen Euro, in Mecklenburg-Vorpommern 36,5 Millionen Euro.

Die Auszahlung der Hilfen ist noch nicht abgeschlossen. In Schleswig-Holstein dauern die Überweisungen beispielsweise noch an. Dort hatte der Landesbauernverband erst vorige Woche noch die hohe Ablehnungsquote bei den beantragten Hilfen kritisiert.

Ein Ereignis von "nationalem Ausmaß"

Bund und Länder hatten angesichts der extremen Trockenheit vor einem Jahr Hilfen von jeweils bis zu 170 Millionen Euro zugesagt. Schwelle für die Unterstützung ist, dass Betriebe in der Existenz gefährdet sind.

Gerechnet worden war mit bis zu 10.000 Anträgen. Bewilligt wurden 6.949 Anträge, davon stammen allein 3.270 aus Niedersachsen. Der Bund schüttete bis Ende Juli 119,7 Millionen Euro aus, von den Ländern kamen 108,5 Millionen Euro.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte die Ernteschäden am 22. August 2018 als Ereignis  "nationalen Ausmaßes" eingestuft.

Keinen Bedarf an Hilfsprogrammen hatten Rheinland-Pfalz und das Saarland angemeldet.

Staatliche Finanzhilfe muss eine Ausnahme bleiben

Das Bundesministerium betonte, finanzielle Hilfen des Staates müssten generell die Ausnahme bleiben und könnten nicht jedes Jahr kommen. Ein Risikomanagement gegen zunehmende Wetterextreme sei eine ureigene unternehmerische Aufgabe.

Davor hatte sich der Bund zuletzt 2003 wegen einer Dürre an Finanzhilfen beteiligt. Damals zahlte er mit acht betroffenen Ländern insgesamt 80 Millionen Euro aus.

Künftig können Landwirte auf günstigere Bedingungen hoffen, wenn sie sich gegen Dürreschäden versichern. Die Bundesregierung plant dafür eine Gesetzesänderung. Demnach soll noch in diesem Jahr das Risiko Dürre in den Anwendungsbereich des ermäßigten Steuersatzes von 0,3 Promille der Versicherungssumme aufgenommen werden. Derzeit sind
es 19 Prozent Steuer auf die Prämie.

Mit Material von dpa

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