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Von Samson im Interview: "Die Emissionen müssen runter"

Tilman von Samson und Simon Michel Berger

Über "Die Landwirtschaft, die wir wollen" sprach agrarheute-Chefredakteur Simon Michel-Berger mit Tilman von Samson, dem Agrarsprecher von Fridays for Future. Er geht davon aus, dass die Klimakrise die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten massiv senken wird. Der nächste Schritt ist für ihn eindeutig.

am Sonntag, 05.09.2021 - 08:00

Tilman von Samson hat die Einladung für ein Interview ins Berliner agrarheute-Büro angenommen. Er ist der Agrarsprecher bei der Fridays-for-Future-Bewegung. Von Samson stellt sich auf die Seite der Landwirtschaft, unterscheidet im Gespräch nicht zwischen konventionellen und ökologischen Betrieben, sondern konzentriert sich auf die Probleme aller Landwirte. So zieht er „eine vernichtende Bilanz für die EU-Agrarpolitik“, die in der Branche zwar die Einkommen, jedoch nicht die Emissionen senke.

Sein Appell: Investiert werden muss nicht nur in die Bekämpfung der Klimakrise, sondern auch in höhere Lebensmittelpreise.

Die Klimakrise ist in Deutschland angekommen

Für von Samson war das Jahr 2018 entscheidend für das Begreifen der Klimakrise. "Die Ernten sind massiv eingebrochen. Das Thema war lange in den Medien präsent. Heute im Jahr 2021 haben wir extreme Überschwemmungen. Das hat auch Folgen für die Landwirtschaft." sagt von Samson. Die Böden seien über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte  nicht mehr bewirtschaftbar.

Die Klimakrise werde die Lebensmittelproduktion massiv einschränken. Amerikanische Forscher sagten voraus, dass bei einer Erwärmung von drei Grad die Produktion auch in Europa um 20 Prozent einbrechen werde. "Und wir steuern auf 3 bis 7 Grad zu", sagte von Samson. 

 

 

Die Landwirtschaft muss Emissionen

Für von Samson müssen zuerst die Emissionen runter: Essentiell sei der Bereich Moorschutz und die Wiedervernässung von trockengelegten Mooren. Das mache 37 Prozent der Agraremissionen auf nur 7 Prozent der Fläche aus. Hier gebe es wirtschaftliche Alternativen, betont von Samson.

Schwerer wandelbar sei für ihn der Tierbereich. Es sei illusorisch zu verlangen, dass sich die Tierhaltung ab sofort ändere. Auch der Konsument sei noch nicht weit genug.

 

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