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Zukunft Schweinehaltung

Schweinegipfel: Otte-Kinast fordert sichere Rahmenbedingungen

Barbara Otte-Kinast beim Branchentreffen
am Montag, 08.10.2018 - 15:43 (Jetzt kommentieren)

Wie geht es weiter mit der Schweinehaltung in Niedersachsen? Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte in Hannover zum Branchengipfel eingeladen.

Rund 20 Vertreter des Handels, der Verarbeitung, der Schlachtunternehmen, der Landwirtschaft und aus dem Berufsstand folgten der Einladung von Barbara Otte-Kinast. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin diskutierte mit ihnen auf dem dreistündigen Branchengipfel über die Zukunft der Schweinehaltung in ihrem Bundesland.

Laut der Ministerin müssten nämlich Politik und Wirtschaft gemeinsam nach einer Antwort auf die zahlreich drängenden Fragen suchen. Nur so könne man den Schweinehaltern einen gangbaren Weg in die Zukunft aufzeigen. 

„Dies sind wir nicht zuletzt den Verbrauchern schuldig, die sich eine einheimische Erzeugung mit kurzen Transportwegen in überschaubaren, durch Familienbetriebe geprägten Strukturen wünschen“, sagte Barbara Otte-Kinast.

Barbara Otte-Kinast begrüßt Übergangsfrist

Die auf Bundesebene angekündigte Initiative mit dem Ziel, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der Kastration von Ferkel ohne Betäubung um zwei Jahre zu verlängern, begrüßt Ministerin Otte-Kinast ausdrücklich.

Die Signale aus Berlin stimmen sie zuversichtlich. Denn so könne es doch noch gelingen, den scharfen Strukturbruch in der Sauenhaltung zu vermeiden.

Niedersachsen profitiert von starker Veredlung

Weitere Themen waren die anderen „K-Fragen“ (Kastenstand und Kupieren) und das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Belgien. „Wir brauchen endlich klare Perspektiven und sichere Rahmenbedingungen“, sagte Barbara Otte-Kinast.

Schließlich würde Niedersachsen stark von der Veredlung profitieren. Das machten der Produktionswert aus der Schweinehaltung in 2016 von rund 2,2 Mrd. Euro und die Verkaufserlöse von rund 24 Mrd. Euro deutlich.

Ministerin fordert Wirtschaft

Deshalb erwarte sie von der Wirtschaft, dass diese im Fall einer Verlängerung der Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration die Zeit bis 2020 nutzt, um tragfähige Lösungen für eine nachhaltige und tiergerechtere Schweinehaltung zu entwickeln.

Der heutige Branchengipfel solle auch dazu beitragen, die in Aussicht gestellte zweijährige Übergangsfrist möglichst nicht vollständig ausschöpfen zu müssen.

Die Ministerin sieht vor allem die Verarbeitungs- und Einzelhandelsunternehmen in der Pflicht, möglichst schnell für verlässliche Vermarktungswege für Schweinefleisch zu sorgen, das unter Verzicht auf eine Kastration männlicher Ferkel erzeugt wurde.

„Wegducken und auf die Politik hoffen geht jetzt nicht mehr. Wer Marktmacht hat, muss auch Marktverantwortung an den Tag legen und unsere Schweinehalter beim Ausstieg aus der Ferkelkastration aktiv unterstützen“, so Barbara Otte-Kinast.

Bundesregierung muss handeln

Den Bund forderte die Ministerin auf, die für eine nachhaltige Schweinehaltung erforderliche Rechtssicherheit, namentlich im Bereich des Tierschutzrechts, schnellstmöglich wieder herzustellen und die umfangreichen Kapazitäten im Bereich der Ressortforschung mit dem Ziel zu nutzen, zeitnah den Ausstieg aus der Ferkelkastration zu ermöglichen.

Gleichzeitig appellierte die Ministerin an die Verbraucher, ihre täglichen Kaufentscheidungen zu nutzen, um eine nachhaltige Schweinehaltung in Familienbetrieben in Niedersachsen und ganz Deutschland zu unterstützen.

Die Agrarminister der Bundesländer: CDU/CSU und Grüne gleichauf

Barbara Otte-Kinast
Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Politiker Peter Hauk
Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt
Ursula Heinen-Esser
Politiker Jörg Vogelsänger
Politiker Till Backhaus
Politiker Robert Habeck
Politikerin Claudia Dalbert
Politikerin Priska Hinz
Politiker Volker Wissing Ulrike Höfken
Politikerin Birgit Keller (Linke)
Politiker Reinhold Jost
Bundeslandwirtschaftsministerin

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