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Volksbegehren Artenvielfalt

So engagieren sich Landwirte für den Artenschutz

am
12.02.2019

Das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern läuft noch bis Mittwoch. AgriExperts befragte Landwirte in einer repräsentativen Umfrage, was sie bereits für die Artenvielfalt tun.

Offiziellen Angaben zufolge haben die Träger des Volksbegehrens Artenvielfalt in Bayern am Montag, den 11.2. bereits 900.000 Stimmen gesammelt. Damit die nächste Stufe erreicht und der Entwurf beim Landtag vorgelegt werden kann, müssen 10 Prozent der Stimmberechtigten ihre Unterschrift abgeben. Das sind knapp 950.000.

Viele Landwirte bereits im Artenschutz aktiv

agriExperts befragte Landwirte in einer repräsentativen Umfrage, ob und was sie für den Artenschutz tun. Rund 400 deutsche Teilnehmer machten bei der Umfrage mit. Der Großteil davon, etwa 45 Prozent, lebt in Bayern. 

Etwa 88 Prozent der Befragten gaben an, dass sie „dabei helfen, den Lebensraum von Bestäuberinsekten zu fördern.“ Die Maßnahmen, die die Landwirte ergreifen, sind unter anderem das Stehenlassen von Hecken (69 Prozent) und die Bewirtschaftung von Flächen mit spätem Schnittzeitpunkt sowie von Mischwäldern (49 Prozent). Zudem nehmen etwa die Hälfte der Teilnehmer an Kulturlandschaftsprogrammen, zum Beispiel am KuLaP in Bayern teil.

Über 30 Prozent der Befragten gaben überdies an, im Artenschutz aktiv zu sein. Gemeint waren damit unter anderem die Imkerei, die Haltung alter Haus- und Nutztierrassen sowie der Anbau alter Obst- und Gemüsesorten.

Ein Landwirt hat sich den Artenschutz besonders zu Herzen genommen: Er bietet Wiesenpatenschaften zur Bienenrettung auf ebay Kleinanzeigen an. Der Landwirt aus der fränkischen Schweiz möchte Verbrauchern vor Augen führen, dass es „für echte Bienenrettung nicht ausreicht, eine Unterschrift unter eine Petition zu setzen."

Volksbegehren stößt auf Kritik

Beim BBV stößt das Volksbegehren Artenvielfalt auf scharfe Kritik. In einem offenen Brief betonte BBV-Präsident Walter Heidl, dass der Gesetzesentwurf vor allem auf Landwirte abziele. Auch unter den verschiedenen Agrarverbänden führt das Begehren zu Diskussionen. Viele Landwirte sehen sich zu Unrecht in der Kritik. 

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