Login
Bayerischer Milchgipfel

So will Agrarminister Brunner ein Höfe-Sterben verhindern

bbv/stmelf/Nicoleta Culiuc
am
25.02.2016

Europäische Milchbauern sind aktuell von viel zu niedrigen Milchpreisen betroffen. Am Mittwoch fand in Brüssel der Milchgipfel des bayerischen Agrarministers statt. Was Brunner fordert, können Sie hier lesen.

Angesichts der anhaltenden Milchkrise forderte Bayerns Agrarminister Helmut Brunner EU-Agrarkommissar Phil Hogan zu einem Umdenken in der Milchpolitik auf. "Brüssel muss sich endlich zu kurzfristig wirksamen Maßnahmen durchringen, sonst droht ein Höfe-Sterben mit unabsehbaren Folgen für die ländlichen Räume in Bayern und Europa", sagte der bayerische Minister gestern in der Bayerischen Vertretung beim Milchgipfel.

Das fordert der bayerische Agrarminister

Der Minister fordert unter anderem von der EU-Kommission unangekündigte, zeitlich begrenzte Aufkaufaktionen, verstärkte Absatzbemühungen in Drittstaaten, Nahrungsmittelbeihilfe in Krisenregionen wie Syrien und die gezielte Entwicklung neuer, rasch wirksamer Instrumente.

Laut Brunner ist das wachsende Überangebot an Milch in Zeiten stagnierender weltweiter Nachfrage die entscheidende Ursache für die Preismisere, die immer mehr Milcherzeuger in Bayern und Europa in Existenznöte bringt. Entlastung sei nicht in Sicht.

Bayerischer Milchpräsident warnt vor falscher Weichenstellung

Auch der bayerische Milchpräsident Günther Felßner und der schwäbische Bauernpräsident Alfred Enderle waren dabei. "Die desaströse Situation liegt nicht nur in globalen Problemen wie dem Russland-Embargo und der schwächelnden Weltwirtschaft begründet. Auch falsche Weichenstellungen bei der Wettbewerbsfähigkeit und immer weiter steigende Auflagen für die Milchbauern sind verantwortlich für diese Ausnahmesituation", sagte Felßner im Vorfeld des Milchgipfels.

Politik soll sich nicht in Vertragsbeziehungen einmischen

Die Politik reagiert Situation völlig falsch und versucht sich in die Vertragsbeziehungen zwischen Bauern und Molkereien einzumischen. "Das ist der Verantwortungsbereich der Marktpartner", stellt Felßner klar. Die Details seien im Agrarmarktstrukturgesetz und den Lieferordnungen geregelt.

"Statt die Fehler aus 31 Jahren Milchquote zu wiederholen, muss die Politik jetzt schleunigst ihre Hausaufgaben machen und die notwenigen Maßnahmen ergreifen, um das Ungleichgewicht zwischen Erzeugern und Handel in den Griff zu bekommen. "Die Molkereien und Milchbauern fordert Felßner auf, nicht nur für die Verarbeitung der Milch zu sorgen, sondern sich auch für eine attraktive Vermarktung einzusetzen.

Tipps zur Klauengesundheit Ihrer Milchkühe

Auch interessant