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Düngeverordnung

Streit um Nitrat-Messstellen: Betroffene kontrollieren längst selber

Bauernmilliarde-Petition-RBV Westsachsen
am Mittwoch, 12.02.2020 - 09:24 (1 Kommentar)

Während die Agrar- und Umweltministerinnen weiter darüber streiten, wie gut die Nitrat-Messstellen im Land sind, um belastete Gebiete auszuweisen, nehmen Betroffene das Heft inzwischen immer häufiger in die Hand. Sie prüfen die Stationen mittlerweile selbst.

«Noch gibt es keine Einigung, wir sind in Gesprächen», so ein Sprecher von Svenja Schulze laut dpa. Es gebe kein Messstellen-, sondern ein Nitratproblem. Eine Sprecherin dagegen sagte, es gebe sowohl ein Problem mit zu hohen Nitratwerten als auch mit deren Messung.

Eigene Daten sammeln zu den Messstellen vor Ort

Mittlerweile überprüfen immer mehr Landwirte vor Ort die Messstationen. Dabei kursieren Checklisten, wie dabei vorzugehen ist. Die Ergebnisse werden zentral gesammelt, geordnet nach Bundesländern.

Mit Ja oder Nein ist etwa auf folgende Fragen zu antworten: Ist die Messstation günstig positioniert? Oder liegt sie zum Beispiel dicht an einem Weidetor oder in einer Senke? Befindet sich vermehrt Ackerland an der Messstelle? Gibt es vermehrt Grünland an der Messstelle? 

Oder besonders heikel: Wird an der Messstelle Gemüse angebaut? Sind Weinbaugebiete in der Nähe oder Waldgebiete, etwa Erlenwälder? Liegt die Messstelle in einer Siedlung oder einem Industriegebiet? Gibt es in der Nähe Kiesförderung oder Steinbrüche, Berg- oder Gipsabbau?     

Weitere Fragen lauten: Gibt es sehr dichten Verkehr oder ein Flugplatz? Liegt ein Friedhof in unmittelbarer Nähe bis 500m? Befindet sich hier ein Naturschutz- oder FFH- oder ein Wasserschutzgebiet? Oder liegt die Messstelle sogar in der Nähe eine Kläranlage?

Hier können Sie Ihre eigene Nitrat-Messstation suchen

Meldeportal für Fragen zu Messstellen

Noch sind viele Fragen zu den Nitrat-Messstellen unbeantwortet. Etliche Länder überprüfen das Netz gerade oder bringen die Stationen auf Vordermann. In Rheinland-Pfalz beispielsweise richtet das Agrarressort ein eigenes Meldeportal ein, um alle Fragen zum Problem der Messstellen im Zusammenhang mit der Düngeverordnung zu beantworten.

Das Bundesland arbeitet wie alle Bundesländer an einer Binnendifferenzierung, die das Verursacherprinzip stärker berücksichtigt, um emissionsbezogene Daten miteinzubeziehen.

Jeder könne sich über das Meldeportal ans Land wenden und dort Fragen und Kritik zu einzelnen Messstandorten vortragen. Das Meldeportal soll unkompliziert online erreichbar sein. Hinweisen auf fehlerhafte Standorte oder Messergebnisse soll dort nachgegangen werden.

Mit Material von dpa, LsV

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