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Klimaschutz und Landwirtschaft

Thunberg und Neubauer fordern klimafreundliche EU-Agrarreform

Luisa Neubauer und Greta Thunberg
am Mittwoch, 31.03.2021 - 10:08 (Jetzt kommentieren)

Die «Fridays for Future»-Aktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer fordern von der Europäischen Kommission eine Neuausrichtung der geplanten EU-Agrarreform.

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In einem Gespräch mit Kommissionsvize Frans Timmermans am Dienstag (30.3.) äußerten beide Kritik daran, dass die Reform der EU-Agrarpolitik nach jetzigem Stand nicht mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar sei, wie Neubauer der Deutschen Presse-Agentur sagte.

In dem Abkommen hat sich die internationale Staatengemeinschaft darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Timmermans will Agrarreform mit Green Deal in Einklang bringen

Es gebe keine Zeit für Politik, die ökologische Krisen befeuere «als gäbe es kein Morgen», so Neubauer. Nach dem Gespräch, an dem auch die Aktivistinnen Adelaïde Charlier und Anuna de Wever aus Belgien beteiligt waren, teilte Timmermans mit, es sei gut gewesen, sich auszutauschen. Auch wenn es nicht einfach werde, bleibe die EU-Kommission dazu verpflichtet, die Reform mit dem sogenannten Green Deal in Einklang zu bringen.

Dieser besagt, dass die EU bis 2050 Klimaneutral werden will. «Es kann nicht das Interesse der Bäuerinnen und Bauern sein, ein System zu haben, dass die Natur stetig auslaugt», sagte Neubauer.

Das zweite Treffen mit Fridays for Future in kurzer Zeit

Das Zusammentreffen von Timmermans mit den Aktivistinnen Neubauer und Thunberg war bereits das zweite Gespräch dieser Art seit November 2020.

Beim ersten Austausch hatten viele Landwirte in den sozialen Netzwerken Kritik daran geübt, dass sich der Kommissionsvize mit den Repräsentanten der Fridays for Future-Bewegung trifft, um über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu sprechen, aber nicht mit Vertretern der Landwirtschaft.

Zeitweilig hatte Timmermans gar gedroht, die Reformvorschläge der EU-Kommission zurückzuziehen, weil sie nicht umwelt- und klimafreundlich genug seien. Davon ist der Niederländer nach deutlicher Kritik des Ministerrates und mehrerer Regierungen schließlich aber abgerückt.

Mit Material von dpa

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