Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Social Media

Tweet bringt EU-Agrarkommissar Kritik ein

am Mittwoch, 19.02.2020 - 09:20 (3 Kommentare)

Mit seinem Tweet zur Reduzierung der intensiven Schweinehaltung eckte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski an. Jetzt reagiert die Fleischbranche.

Mit kritischen Äußerungen zur Schweinehaltung in Veredlungshochburgen ist der neue EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski bei der Fleischbranche arg angeeckt. In einem Schreiben wirft der Vorsitzende des Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF), Heiner Manten, dem Polen „eine von Gefühlen getragene und mit untauglichen Kennzahlen begleitete Meinungsäußerung“ vor.

Dass diese „dazu noch einen tendenziösen Verweis auf eine vermeintliche Benachteiligung Ihres Heimatlandes enthält, ist unangemessen für den Chef des Agrarressorts der EU-Kommission, der dem Wohl der gesamten Landwirtschaft der EU verpflichtet sein muss“, so Manten in dem Brief an den polnischen Kommissar. 

Wojciechowski will intensive Schweinehaltung reduzieren

Laut VDF rief Wojciechowski in Twitter-Nachrichten dazu auf, die intensive Schweinehaltung zu reduzieren, da die europäische Landwirtschaft nachhaltig sein müsse. Dabei habe er insbesondere die Schweinehaltung in nordwesteuropäischen Ländern angesprochen, namentlich Belgien, Dänemark, die Niederlande und auch Deutschland. Seine Schlussfolgerung habe der Agrarkommissar mit der Anzahl der gehaltenen Tiere in Relation zur Agrarfläche des jeweiligen Landes verknüpft. Zudem habe er Polen als ein Beispiel geringerer Intensität herausgestellt und davor gewarnt, dass die Schweinehaltung sich nicht zu einer Industrie entwickle, die nur in wenigen Ländern betrieben werde.

Für den VDF zeigt die Entwicklung der Diskussion in dem Tweet des EU-Agrarkommissars auch, dass Darstellungen der Art, wie sie Wojciechowski angestoßen habe, „zu nationalistischen und wenig sachgetragenen Folgeäußerungen führen“, die mit der Frage der Nachhaltigkeit wenig zu tun hätten. „Wir bitten Sie daher, sich von den Äußerungen in Ihrem Twitter-Account zu diesem Thema zu lösen und zu einer sachlichen Behandlung des Themas zu kommen“, so der VDF in seinem Schreiben

Fleischbranche fordert gründliche Analyse

Der VDF betont indes, dass allein an der Anzahl der gehaltenen Tiere pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche eines bestimmten Staates nicht das Niveau der Nachhaltigkeit im jeweiligen Sektor abgeleitet werden könne. Es gebe große und kleine Staaten in der EU und Regionen innerhalb größerer Staaten mit intensiver Viehhaltung, die möglicherweise ähnliche Größenordnungen aufwiesen wie das gesamte Staatsgebiet eines kleineren Staates. Auch sei eine erhöhte Intensität der Haltung in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Sektors nicht notwendigerweise negativ, so der Verband. Was nachhaltig sei und was nicht, bedürfe einer gründlichen Analyse unter Einbeziehung zahlreicher Elemente.

 

Mit Material von AgE

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...