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Klimaschutz

Umweltbundesamt muss Klimabilanz der Landwirtschaft korrigieren

fressende Kühe
am Freitag, 05.04.2019 - 10:28 (Jetzt kommentieren)

Das Umweltbundesamt hat sich in seiner Klimabilanz verrechnet. Die Behörde musste die Emissionen aus der Landwirtschaft nach unten korrigieren.

Erstmals seit vier Jahren sind die deutschen Treibhausgas-Emissionen 2018 wieder nennenswert gesunken. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) ging der Ausstoß im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 865,6 Mio. t Treibhausgas zurück.

Anders als zunächst vom UBA verkündet, sind die Emissionen aus der Landwirtschaft im vergangenen Jahr aber nicht um 0,7 Prozent gestiegen, sondern haben mit einem deutlichen Minus zur Verbesserung der deutschen Klimabilanz beigetragen.

Tierbestand ist rückläufig, nicht gestiegen

Wie die Behörde zwei Tage nach der Bekanntgabe der ersten, falschen Zahlen einräumte, sanken die Treibhaus-Emissionen aus der Landwirtschaft um 4,1 Prozent. Treibende Größe war der abnehmende Tierbestand (Rinder -2,9 Prozent, Schweine -4,1 Prozent). Der Mineraldüngereinsatz ging um 9,8 Prozent zurück. Das UBA führt dies auf neue gesetzliche Regelungen und das Klima zurück. Auch die witterungsbedingten Ernteausfälle hätten emissionsmindernd gewirkt.

UBA entschuldigt sich auf Twitter

Auf Twitter entschuldigte sich das Umweltbundesamt für seinen Fehler.

Die Behörde bedankte sich beim Deutschen Bauernverband (DBV), der auf die falsche Klimabilanz aufmerksam gemacht hatte. In der ersten Verlautbarung hatte das UBA nämlich noch zunehmende Tierbestände einberechnet, während die Zahlen der Viehzählung von November 2018 einen Rückgang ausweisen.

Bauernverband mahnt zur Sorgfalt

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken forderte das Umweltbundesamt auf, Sorgfalt walten zu lassen. Auch ambitionierte Klimapolitik brauche eine verlässliche Datengrundlage.

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