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Agrarexport

USA: Bauernverband fordert Ende des Handelsstreits

am Montag, 20.05.2019 - 05:00

Die US-Farmer leiden besonders hart unter den Handelsstreitigkeiten mit China. Der größte US-Bauernverband will ein Ende der Auseinandersetzungen.

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Eine baldige Beilegung des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat der größte US-Bauernverband (AFBF) von Präsident Donald Trump gefordert. Wie aus einem Brief hervorgeht, den AFBF-Präsident Zippy Duvall in dieser Woche an das Weiße Haus gerichtet hat, sehen sich die Landwirte einer fast noch nie dagewesenen wirtschaftlichen Unsicherheit und Härte ausgesetzt.

Nach einem mehrere Jahre andauernden ökonomischen Abwärtstrend im Agrarsektor hat sich die Situation für einige Betriebszweige laut Duvall weiter verschlechtert, und zwar als Folge der eskalierenden Zölle in Schlüsselmärkten und dabei vor allem in China.

Nun erwarteten die Farmer und Rancher eine dritte Welle von Zollanhebungen durch Peking für US-Agrarprodukte als Vergeltung für die jüngste Erhöhung der Einfuhrabgaben, die die USA seit vergangenem Freitag für chinesische Produkte verlangten.

Zusätzliche 15 Mrd. US-Dollar begrüßt

Die zusätzlichen Agrarbeihilfen von rund 15 Mrd. US-Dollar (13,3 Mrd Euro) als Ausgleich für Einbußen durch den Handelskonflikt begrüßte der AFBF-Präsident. US-Präsident Trump hatte diese Hilfen vergangene Woche den Farmern in Aussicht gestellt.

Im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung für diesen Zweck bereits umgerechnet 10,7 Mrd. Euro bereitgestellt. Dies habe zwar einigen Landwirten beim Durchhalten geholfen und den US-Unterhändlern Zeit für einen „Deal“ mit Peking verschafft.

Jetzt aber sei die Zeit für viele Bauern fast abgelaufen, so Duvall. Einige Farmer, die gerade mit wetterbedingten Aussaatverzögerungen zu kämpfen hätten, würden nun sogar erwägen, in dieser Saison gar nichts anzubauen; es fehlten einfach die Absatzmärkte.

US-Farmer drängen auf Freihandelsabkommen mit EU

Laut Duvall verringerte sich der Wert der US-Agrarexporte nach China 2018 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 8,9 Mrd Euro oder 50 Prozent. Damit habe sich der bis dahin positive Aufwärtstrend drastisch umgekehrt.

Von 2000 bis einschließlich 2017 habe sich Chinas Anteil an den gesamten US-Agrarexporten noch von 2 auf 16 Prozent% erhöht. Die angekündigten Beihilfen könnten die inzwischen verlorenen Märkte nicht ersetzen, stellt der AFBF-Präsident klar.

Die US-Agrardiplomaten sollten deshalb ihre Bemühungen fortsetzen, andere Märkte auszubauen. Dabei nennt Duvall Handelsvereinbarungen mit Mexiko und Kanada sowie die laufenden Verhandlungen mit Japan und der Europäischen Union.

Mit Material von AgE
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