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Agrarhandel

USA unterstützen Farmer im Handelsstreit mit Milliarden

Hartweizenernte in den USA
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
25.07.2018

In den USA will Präsident Donald Trump den Farmern Milliarden zahlen als Ausgleich für Schäden durch den von ihm ausgelösten Handelsstreit mit China und der EU.

Trump wies US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue an, ein Paket zur kurzfristigen Entlastung der Landwirte zu schnüren. Die Hilfsmaßnahmen sollen rund 12 Mrd. US-Dollar oder umgerechnet 10,3 Mrd. Euro umfassen.

Das entspricht nach Berechnungen der Regierung in Washington etwa dem Schaden in Höhe von 11 Mrd. US-Dollar, der den Farmern durch "unberechtigte Vergeltungszölle auf US-Agrarprodukte" entstehe, so das Agrarressort USDA.

Farmer kritisieren die Regierung scharf

"Das ist eine kurzfristige Lösung, um Präsident Trump Zeit zu verschaffen, an langfristigen Handelsvereinbarungen zu arbeiten, von denen die Landwirtschaft und die gesamte US-Wirtschaft profitieren", erläuterte Minister Perdue.

US-Präsident Donald Trump hatte Zölle unter anderem auf den Import von Stahl und Aluminium verhängt. Die betroffenen Handelspartner reagierten ihrerseits mit Vergeltungszöllen. So erhöhte beispielsweise China die Einfuhrabgaben auf Soja und Schweinefleisch aus den USA drastisch. Die Landwirte in den USA spüren bereits Einbußen im Export. Bei einer Anhörung in Washington hatten berufsständische Vertreter vorige Woche die Handelspolitik der Regierung heftig kritisiert. Viele Farmer zählten ursprünglich zu den wichtigsten Unterstützern von Trump.

"China handelt unfair"

US-Agrarminister Sonny Perdue

Perdue versicherte, Präsident Trump sei sich der Bedeutung einer starken Landwirtschaft bewusst.

Leider würden "die hart arbeitenden US-Farmer von Chinas illegalen Handelspraktiken unfair behandelt und von den illegalen Vergeltungszöllen überproportional getroffen".

Gestaffelte Zahlungen an die US-Farmer

Zu den jetzt angekündigten Hilfsmaßnahmen zählen abgestufte Zahlungen an die Erzeuger von Sojabohnen, Sorghum, Mais, Weizen, Baumwolle, Milch und Schweinen.

Überschüssige Mengen an Obst und Gemüse, Rind- und Schweinefleisch sowie Fleisch sollen aufgekauft und über Tafeln und andere Ernährungsprogramme verteilt werden.

Außerdem soll die Absatzförderung gestärkt werden, um neue Exportmärkte zu erschließen.

Juncker und Trump wollen Eskalation des Handelsstreits abbiegen

Wegen des Handelsstreits kommt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker heute in Washington mit Trump zusammen. Ziel der EU ist es vor allem, eine Eskalation des Handelskonflikts zu vermeiden und Trump von der Einführung von Sonderzöllen auf Autoimporte abzuhalten. Diese würden vor allem die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als die bereits geltenden Abgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte.

Mit Material von dpa
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