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Agrarhandel und Handelsstreit

USA wollen besseren Zugang zum EU-Agrarmarkt

Container-Hafen
am Mittwoch, 29.01.2020 - 15:00 (Jetzt kommentieren)

Der US-Landwirtschaftsminister Perdue fordert: Die Europäische Union muss ein Ungleichgewicht zwischen 10 und 12 Milliarden US-Dollar im Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen mit den Vereinigten Staaten ausgleichen.

Dazu sollen die Europäer ihre Vorschriften für die Lebensmittelsicherheit an die „gesunde Wissenschaft“ anpassen, sagte Perdue am Montag.

Der US-Landwirtschaftsminister erklärte nach seiner fünftägigen Reise durch Europa, dass sowohl Washington als auch Brüssel bestrebt seien müssten, die transatlantischen Beziehungen zu verbessern. Und dass die Regeln auf realen Risiken und nicht auf potenziellen Gefahren beruhen sollten.

Der US-Agrarminister betonte: „Das Handelsdefizit der USA in der Landwirtschaft sei nicht logisch, da die EU fast doppelt so viele Verbraucher habe wie die USA und nur zwei Drittel des Ackerlandes“.

Regulatorische Hindernisse beseitigen

Agrarhandel

Nach Aussagen des US-Agrarmisters hat sich die Landwirtschaft in den Handelsgesprächen zwischen den USA und der EU als Problem erwiesen, und Brüssel widersetzte sich den Forderung Washingtons, sie in die Verhandlungen aufzunehmen.

Perdue sagte außerdem: „Die Zölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse könnten zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden, aber regulatorische Hindernisse müssten jetzt angegangen werden.“ So verbietet die EU beispielsweise die Einfuhr von hormonbehandeltem Rindfleisch oder von Geflügelfleisch, das mit Peressigsäure gewaschen wurde, um Krankheitserreger zu entfernen.

Perdue sagte dazu gegenüber Reportern: „Im Wesentlichen handelt es sich um Essig. Wir verwenden kein Chlor mehr zur Behandlung von Hühnchen.“ Und er wies darauf hin, dass die EU das Waschen von Salat mit Chlor akzeptiert.

Europa als technologiefreie Zone?

Container-Hafen Hamburg

Perdue erklärte weiter, er sei sich der Schwierigkeiten der EU bewusst, da einige Kampagnengruppen seiner Ansicht nach Angst verbreiten. Aber die EU-Führer müssten die Botschaft der USA vermitteln.

„Die europäische Öffentlichkeit muss verstehen, dass ihre Landwirte einen großen Nachteil haben werden, wenn sie sich für eine technologiefreie Zone entscheiden“, sagte Perdue. Die Europäische Kommission hat überlegt, Hindernisse für den Handel mit Äpfeln, Birnen und Schalentieren zu beseitigen, aber dies würde nur an der Oberfläche kratzen, heißt es weiter. 

„Wir werden nicht mit Äpfeln, Birnen und Schalentieren dorthin kommen. Es müssen noch andere Dinge passieren“, sagte der US-Agrarminister. Die Vereinigten Staaten und die EU sind bereits in einen heftigen Tarifstreit verwickelt, der eskalieren könnte, wenn Trump mit der Drohung wahr macht, für EU-Autos die Zölle zu erhöhen.

US-Wiskey-Exporte sind eingebrochen

Der US-amerikanische und der EU-Spirituosensektor, die auf beiden Seiten des Atlantiks mit Zöllen konfrontiert sind, forderten am Montag dringend Maßnahmen, um zu dem zuvor bestehenden zollfreien Handel zurückzukehren. Die Whisky-Exporte der USA nach Europa sind seit Einführung der EU-Zölle Mitte 2018 um 29 Prozent gesunken.

„Irgendwann müssen diese umfassenderen Probleme auf die eine oder andere Weise gelöst werden. Beide Handelspartner müssen einen Weg finden, um zusammenzukommen, weil unsere Volkswirtschaften so eng miteinander verbunden sind“, sagte Chris Swonger, Präsident des US-amerikanischen Distilled Spirits Council, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

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