Zum Adventsgewinnspiel

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Verbändeallianz: Ampel-Koalition muss deutsche Landwirtschaft schützen

Kulturlandschaft in Bayern
am Mittwoch, 27.10.2021 - 15:27 (1 Kommentar)

Die neue Bundesregierung soll die Stallgrößen begrenzen und Billigimporte abwehren, fordern LSV, AbL und BDM.

Der Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP soll sich am Leitbild des ortsansässigen, selbstständigen Landwirts orientieren. Der Wachstumsdruck auf die Betriebe soll endlich enden. Das fordern die im Agrardialog vereinten Verbände Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), Freie Bauern, LsV Deutschland, MEG Milch Board und Land schafft Verbindung in einem gemeinsamen Positionspapier.

Konkret sollen nur noch ortsansässige, selbstständige Landwirte die EU-Direktzahlungen erhalten. Außerdem sollen Share Deals, also der Erwerb landwirtschaftlicher Betriebe einschließlich ihrer Flächen, der Grunderwerbsteuer unterworfen werden.

Konzernstrukturen zerschlagen und Nachbaugebühren abschaffen

Die neue Bundesregierung soll die Größe von Stallanlagen begrenzen. Die massenhafte Einfuhr von Soja und Palmöl soll verringert werden. Nachbaugebühren für Saatgut sollen abgeschafft und Patente auf Pflanzen und Tiere nicht eingetragen werden.

Die Verbände fordern zudem, Konzernstrukturen in Verarbeitung und Handel, die „dem fairen Wettbewerb im Wege stehen“, zu zerschlagen. Alle Lebensmittel sollen eine Herkunftskennzeichnung tragen müssen. Der Preisdruck durch Billigimporte soll verringert werden. Dazu sollen internationale Handelsabkommen nur dann auch Agrarprodukte umfassen, wenn die Importprodukte nach hiesigen sozialen und ökologischen Standards produziert wurden.

Düngeverordnung soll auf den Prüfstand

Die Agrarorganisationen wollen, dass der Koalitionsvertrag eine Überprüfung der Düngeverordnung und der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vorsieht. Die Ursache von Verunreinigungen sollen genauer identifiziert und gezielt abgestellt werden, statt die Landwirtschaft mit pauschalen Auflagen zu überziehen.

Schließlich sprechen sich die Verbände dafür aus, landwirtschaftliche Flächen wirksam vor Versiegelung zu schützen und den Wolfbestand zu regulieren.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...