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EU-Agrarpolitik

Verbändeallianz will Agrarbeihilfen stärker an Umweltleistungen binden

Blühstreifen Öko
am Montag, 08.04.2019 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Ein breites Bündnis von Verbänden aus dem Umwelt- und Naturschutz, der Landwirtschaft und dem Tierschutz fordert verpflichtende "Ökoregeln" in allen EU-Mitgliedstaaten. 30 Prozent der Direktzahlungen sollen dafür aufgewandt werden.

Die Verbändeplattform richtet ihre Vorschläge an die Agrarministerkonferenz (AMK) von Bund und Ländern, die diese Woche in Landau stattfindet.

Das Bündnis verlangt, dass künftig mindestens 30 Prozent der Direktzahlungen mit jährlichen Steigerungen für die sogenannten Eco-Schemes  eingesetzt werden. Diese neuen „Ökoregelungen“ müssen nach dem Verordnungsentwurf der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Zukunft in allen Mitgliedstaaten angeboten werden.

Ackerbau ohne Pflanzenschutz und Mineraldünger

Die Verbände machen auch gleich konkrete Vorschläge, welche Maßnahmen sie als geeignete Agrarumweltleistung ansehen. Das sind:

  • eine extensive Grünland- und Ackernutzung unter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngung,
  • der Anbau von Leguminosen ohne chemischen Pflanzenschutz und Düngung,
  • eine extensive Weidehaltung,
  • Brachen beziehungsweise Blüh- und Nützlingsstreifen sowie Lichtäcker und
  • die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen.

Honorierungswürdig sind aus Sicht der 20 Verbände darüber hinaus ein hoher Anteil an Landschaftselementen, an Dauergrünland unter Beweidung und eine hohe Kulturartenvielfalt im Betrieb. Dies sieht die Plattform jedoch nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu „ambitionierten Grundanforderungen“ der erweiterten Konditionalität, die ein „flächendeckendes Mindestniveau oberhalb der gesetzlichen Vorgaben“ sichern müsse.

Verbände wollen minimale Bodenbearbeitung und Präzisionslandwirtschaft nicht unterstützen

Nicht geeignete Maßnahmen für Ökoregelungen sind nach Auffassung der Organisationen eine minimale Bodenbearbeitung, der Anbau von Biomassepflanzen, die Ausgleichszulage und die Förderung benachteiligter Gebiete, wenn sie nicht ökologisch qualifiziert werden. Auch die Präzisionslandwirtschaft soll nicht gefördert werden, da sie keine belegbaren positiven Ergebnisse für Umwelt und Klima bringe, so die Plattform.

Der Verbändeallianz gehören unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) , die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und die EuroNatur-Stiftung an. 

Die Verbände halten es für notwendig, dass im Rahmen der Eco-Schemes auch Maßnahmen zum Umbau der Tierhaltung wie Stroheinstreu, Auslauf oder ein deutlich erhöhtes Platzangebot gefördert werden. Das müsse in den Verhandlungen auf EU-Ebene möglich gemacht werden. Aus ihrer Sicht sollte generell die Honorierung der Leistungen für die Betriebe einen positiv einkommenswirksamen Anreiz bieten.

Mit Material von AgE

Reform der GAP: Das sagen Politiker und Verbände dazu

Julia Klöckner
Svenja Schulze
Otte Kinast
Michaela Kaniber
Ursula Heinen Esser
Albert Stegemann
Rainer Spiering
Friedrich Ostendorff
Gero Hocker FDP
Kirsten Tackmann
Joachim Rukwied
Olaf Tschimpke NABU-Präsident

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