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Tierseuche

Vogelgrippe: Backhaus fordert zentralen Krisenstab und kritisiert Meyer

Warnschild Vogelgrippe
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
16.02.2017

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus sieht den bundesweit unterschiedlichen Umgang mit der Stallpflicht mit großer Sorge und fordert einen zentralen Krisenstab.

Mit großer Sorge hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus den bundesweit unterschiedlichen Umgang mit der Stallpflicht zur Kenntnis genommen. Backhaus hat deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium um die Einberufung des zentralen Krisenstabes gebeten. Grund der Kritik ist die teilweise Aufhebung der Stallpflicht in einigen Bundesländern. Dies sei entgegen der jüngsten Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts geschehen, in der das Einschleppungsrisiko des H5N8-Virus nach wie vor als hoch bewertet wird.

"Für Tierhalter ist dies sicherlich eine gute Nachricht, mir persönlich bereitet sie große Bauchschmerzen. Wie sollen wir ein Virus solchen Ausmaßes - das ganz offensichtlich keine Ländergrenzen kennt - in Schach halten, wenn die tierseuchenrechtlichen Vorsichtsmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden", erklärt Backhaus. Auch wurde auf der Amtschefkonferenz in Berlin im Januar einstimmig beschlossen worden, im Kampf gegen die Vogelgrippe bundesweit einheitlich vorzugehen.

Seuchengefahr nicht gebannt

Erst diese Woche sind wieder drei neue Geflügelpest-Verdachtsfälle bekannt geworden, und zwar in einem Entenmastbetrieb im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) mit 15.000 Tieren, in einem Legehennenaufzuchtbetrieb in Delbrück im Landkreis Paderborn (NRW) mit 110.000 Tieren und in einer kleinen Gemischthaltung im Landkreis Kitzingen (Bayern).

Enttäuscht zeigte sich Backhaus deshalb von Alleingängen, wie in Niedersachsen. "Es verwundert mich schon, dass Herr Meyer seine Teilaufstallung mit der aktualisierten Risikoeinschätzung des FLI begründet, in seiner Presseerklärung aber mit keinem Wort erwähnt, dass das Bundesinstitut die Risikolage nach wie vor als unverändert hoch beschreibt. Auch drängt sich mir der Verdacht auf, dass man im grünen Niedersachen mal wieder auf einem Auge blind ist. Warum sonst, bleiben 70 Prozent der kleinen Geflügelbetriebe von der Aufstallung verschont, etwa 90 Prozent des kommerziell gehaltenen Geflügels müssen aber weiterhin eingesperrt werden", begründet Backhaus seine Kritik.

Zudem fragt sich der Minister, "wer die vielen angekündigten Ausnahmeregelungen fachgerecht kontrollieren soll."

MV mit bundesweit höchster Wildvogelkonzentration

Für Mecklenburg-Vorpommern sei ein geschlossenes Vorgehen mit Blick auf die zu erwartende bundesweit höchste Wildvogelkonzentration von ganz besonderer Bedeutung: "Die Gewässer vor und in unserem Land sind eine Drehscheibe des Vogelzugs. Für zigtausend Vögel aus dem hohen Norden gehören sie zu den wichtigsten Überwinterungsgebieten in der gesamten Ostsee. Aktuell gehen wir hierzulande von 500.000 Überwinterern aus“, erklärte Backhaus.

Der Durchzug von Wasservögeln aus südlicheren Gefilden beginne voraussichtlich Mitte Februar. Bis Ende des Monats werden in MV bis zu 6 Millionen Zugvögel erwartet, die mehrere Wochen rasten und das gefährliche Virus potenziell verbreiten könnten.

"Es ist wichtig, diese Periode abzuwarten und die Lage nicht zu verschlimmern, in dem man so kurz vor Ziel einknickt. Der Frühling steht vor der Tür und verspricht mit seinen milderen Temperaturen eine Verbesserung der Lage", sagte Backhaus abschließend.

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