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Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ in Bayern

Volksbegehren Artenvielfalt – Stimmen aus der Landwirtschaft

Volksbegehren Artenschutz "Rettet die Bienen"
Maya Rychlik, agrarheute
am
08.02.2019

Nach Hochrechnung der Initiatoren hat das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ bisher eine halbe Million Stimmen gesammelt. Unter Landwirten stößt die Initiative auf Kritik.

Vor sieben Tagen startete in Bayern das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“. Nach Angaben der Träger, unter anderem ödp und Bündnis 90 - Die Grünen, haben bisher eine halbe Million Stimmberechtigte die Initiative unterzeichnet.

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), übte scharfe Kritik an der Aktion. Er wandte sich in einem offenen Brief an die Initiatoren. Auch CSU-Agrarpolitiker Artur Auernhammer kritisierte die geplanten Maßnahmen. Er sieht vor allem Gefahren für die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe und für bereits bestehende Umweltschutz-Förderprogramme wie das KULAP.

Auch Facebook-User aus der Landwirtschaft bemängeln die geplanten Vorgaben. Viele sehen sich zu Unrecht für etwas in der Kritik, das nicht sie als Landwirte allein zu verantworten haben.

Eine Unterschrift setzen ist zu einfach

Für eine Anzeigenaktion hat der BBV die Aussagen einiger Landwirte zum Volksbegehren zusammengetragen.

Georg Mayerhofer, Landwirt aus Parschalling, betont: „Natürlich unterstützen wir Bauern die Artenvielfalt, aber fixe Vorgaben treffen gerade kleinere Höfe. Es bringt auch nichts, wenn Imker, Bauern und Jäger streiten. Nötig ist ein gemeinsamer Ansatz!“

Theresa Singer, Bäuerin aus Hofheim, fühlt sich zu Unrecht beschuldigt: „Mir als Jungbäuerin ist die Artenvielfalt ein großes Anliegen bei meiner täglichen Arbeit. Doch statt als Partner werden wir Landwirte wie Schuldige behandelt.“

Caroline Brielmair, Landwirtschaftsmeisterin aus Grucking, weist auf gemeinsame Lösungen für den Artenschutz hin: „Innovative Landwirtschaft und Förderprogramme bringen Umwelt und Ökonomie unter einen Hut. Das Volksbegehren aber gefährdet dieses Modell – und damit Höfe und den Umweltschutz in Bayern.“

Ralf Huber, Biobauer aus Allershausen, erklärt, was aus seiner Sicht wirklich wichtig ist: „Nicht die Unterschrift im Rathaus, sondern eure Wahl an der Ladentheke entscheidet über den Erfolg der ökologischen Landwirtschaft in Bayern."

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