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+++ Landtagswahlen, aktualisiert: 09:00 Uhr, 15.03.2021 +++

Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: Die Ergebnisse

Briefwahl wird während der Corona-Pandemie bevorzugt.
am Montag, 15.03.2021 - 09:30 (Jetzt kommentieren)

Die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind der Startschuss in das Super-Wahljahr 2021 und die ersten Landtagswahlen in der Corona-Pandemie. Deshalb bevorzugten besonders viele Wähler die Briefwahl. Hier finden Sie vorläufige Ergebnisse.

Vorläufiges Wahlergebnis für Baden-Württemberg (Stand 15.03.2021, 05:00 Uhr)

Das vorläufige Ergebnis der Wahl in Baden-Württemberg lautet:

Grüne 32,6 % (+ 2,3)
CDU 24,1 % (- 2,9)
SPD 11 % (- 1,7)
FDP 10,5 % (+ 2,2)
AfD 9,7 % (- 5,4)

Linke nicht im Landtag
Freie Wähler nicht im Landtag

Die Sitzverteilung: Grüne 58, CDU 42, SPD 19, FDP 18 und AfD 17.

Der 72-jährige Winfried Kretschmann, seit zehn Jahren erster und einziger Ministerpräsident der Grünen, kündigte an, mit allen Parteien außer der AfD Gespräche über mögliche Bündnisse zu führen. Die grün-schwarze Koalition könnte zwar weiterregieren, allerdings haben die Grünen auch die Möglichkeit, mit SPD und FDP ein Ampel-Bündnis zu bilden. Damit ist auch offen, wer das bislang von Peter Hauk (CDU) geführte Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg übernehmen wird.

Vorläufiges Wahlergebnis für Rheinland-Pfalz (Stand 15.03.2021, 05:00 Uhr)

Das vorläufige Ergebnis für die Wahl in Rheinland-Pfalz lautet:

SPD 35,7 % (- 0,5)
CDU 27,7 % (- 4,1)
Grüne 9,3 % (+ 4,0)
AfD 8,3 % (- 4,3)
FDP 5,5 % (- 0,7)
FW 5,4 % (+ 3,2)
Linke nicht im Landtag vertreten

Die Sitzverteilung: SPD 39, CDU 31, Grüne 10, AfD 9, FDP 6 und Freie Wähler 6.

Damit ist die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) angestrebte Fortsetzung der Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen machbar. Es ist das einzige derartige Bündnis in Deutschland und nach Dreyers Ansicht ein Modell auch für den Bund.

Populäre Amtsinhaber räumen ab

Die Wahlsiege gehen zu einem großen Teil aufs Konto der populären und über Parteigrenzen hinweg beliebten Regierungschefs. Sogar die meisten CDU-Sympathisanten in Baden-Württemberg wünschten sich laut Umfragen vorab, dass Kretschmann weiter Ministerpräsident bleibt - er tritt nun seine dritte Amtszeit an.

Ähnlich dominant ist die Rolle Dreyers in Rheinland-Pfalz. Ihr CDU-Herausforderer Baldauf hatte es im Wahlkampf unter Corona-Beschränkungen schwer, gegen sie zu punkten.

Dass die Wahlsiege an die Personen gebunden sind, zeigt schon der Blick ins jeweils andere Land: Die SPD in Baden-Württemberg kommt dort nur knapp über 10 Prozent, die Grünen in Rheinland-Pfalz landen trotz starker Zugewinne knapp unter der 10-Prozent-Marke.

Ein Rückschlag für die CDU

Kurz vor dem Ende der Ära Angela Merkel ist es eine schockierende Einsicht für viele in der Union: Nur noch sechs Monate bis zur Bundestagswahl, und das Rennen ums Kanzleramt ist offen. Die CDU landete am Sonntag zwar in beiden Ländern trotz Verlusten auf Platz zwei - Grüne, SPD und FDP können aber Bündnisse ohne sie schmieden.

Das geben die Umfragen auf Bundesebene zwar (noch?) nicht her, aber SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wittert Morgenluft und stellt kämpferisch fest, eine Regierungsbildung ohne die CDU sei möglich, «bei der die SPD führen kann und den Kanzler stellen kann».

Briefwahl-Anteil wegen Corona besonders hoch

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren am Sonntag (14.03.2021) verhalten gestartet. Der Andrang war corona-bedingt überschaubar. "Wegen der hohen Zahl an Briefwählern war es in den Wahllokalen bislang sehr ruhig", sagte der Landeswahlleiter in Rheinland-Pfalz.

Bis 12:00 Uhr lag seiner Aussage nach die Wahlbeteiligung inklusive Briefwähler bei 52 Prozent. Stichproben in ausgewählten Kommunen hätten bis zum Mittag einen Urnenwähleranteil von 7,5 Prozent ergeben. Weitere 44,5 Prozent hätten bereits per Briefwahl abgestimmt. Bei der Landtagswahl 2016 habe die Wahlbeteiligung insgesamt bei 70,4 Prozent gelegen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Baden-Württemberg ab. Wegen der hohen Briefwählerzahl sind deutlich weniger Leute ins Wahllokal gegangen. Nach einer repräsentativ erhobenen Wahlbeteiligung in den Wahllokalen zur Landtagswahl um 14:00 Uhr wurde ein Rückgang um 15,9 Prozentpunkte gegenüber 2016 zum selben Zeitpunkt verzeichnet (35,5 Prozent). In den repräsentativ ausgewählten Wahlbezirken haben demnach 36 Prozent aller Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. 7,7 Millionen Baden-Württemberger waren zur Wahl aufgerufen.

Wegen der Corona-Pandemie galten in den Wahllokalen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz besondere Hygiene- und Abstandsregeln. Dazu zählten unter anderem Abstand, Maske, Plexiglas und desinfizierte Kugelschreiber.

Super-Wahljahr 2021: Das kommt noch

Die beiden Landtagswahlen bilden den Auftakt für ein Superwahljahr 2021.

Ebenfalls an diesem Sonntag finden in Hessen Kommunalwahlen statt.

Auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern werden die Landesparlamente in diesem Jahr neu gewählt.

Zudem findet am 26. September die Bundestagswahl statt.

Mit Material von dpa
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