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Waldkrise: Marktwirtschaftliche Lösungen statt staatlicher Dauertropf!

Waldschaden
am Mittwoch, 25.09.2019 - 15:38 (Jetzt kommentieren)

800 Millionen Euro für 180.000 Hektar geschädigten Wald. Ein Tropfen auf den heißen Stein, meint agrarheute-Chefredakteur Dr. Uwe Steffin.

Forstministerin Julia Klöckner kündigte heute beim Nationalen Waldgipfel in Berlin an, den deutschen Wald mit zusätzlich 800 Millionen Euro von Bund und Ländern retten zu wollen. Was nach einer gigantischen Summe klingt, ist angesichts riesiger Schäden allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn schließlich müssen nach zwei Jahren Dürre und katastrophalen Stürmen kurzfristig 180.000 ha Wald wieder aufgeforstet und schätzungsweise 100 Millionen Festmeter Schadholz aufgearbeitet und vermarktet werden, was die Holzpreise absehbar noch weiter in den Keller schickt.

 

 

Finanzielles Strohfeuer ist keine Lösung

Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Die vielfältigen Ökosystemleistungen des Waldes rechtfertigen die finanzielle Unterstützung der Waldbauern. Die Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel ist aber eine Daueraufgabe, die mit einem finanziellen Strohfeuer nicht zu lösen ist.

Mit der Entscheidung, die Forstwirtschaft zunächst nicht in den CO2-Zertifikatehandel einzubeziehen, hat die Bundesregierung im Klimaschutzpaket 2030 eine Chance vertan, die Finanzierung des notwendigen Waldumbaus über marktwirtschaftliche Anreize zu steuern. Stattdessen droht den Waldbesitzern das gleiche Schicksal wie den Landwirten, nämlich die langfristige Abhängigkeit vom staatlichen Tropf – permanent neue Gängeleien durch die Politik inklusive! 

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