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Zwischen Sonne und Regen

Wettermanipulation in Dubai: Wenn Drohnen künstlichen Regen machen

Landwirt in Wolken
am Montag, 16.08.2021 - 10:37 (Jetzt kommentieren)

Sanften Regen auf Bestellung, Unwetter im Keim ersticken – immer wieder wollen Menschen das Wetter an ihre Bedürfnisse anpassen. Doch was wie ein Segen aussieht, ist ein Fluch.

Dubai ist nicht als Hort der Fruchtbarkeit bekannt. Hitze und Trockenheit machen dem Golfstaat zu schaffen. Die 50-Grad-Marke erreicht das Thermometer regelmäßig, zudem fallen im Schnitt 70 Liter Regen auf den Quadratmeter im Jahr. In München sind es zum Vergleich rund 1.000 Liter. Diesen Sommer wollen die Experten vom nationalen Zentrum für Meteorologie der Vereinigten Arabischen Emirate der Hitze mit künstlichem Regen entgegengetreten sein. Videos zeigen kräftigen Regen, dort wo sonst Kamele in der Sonne rösten.

Spiel mit dem Wetter

Doch Wissenschaftler sehen Wettermanipulation kritisch. Denn zum einen sind lokale und regionale Folgen schwer vorherzusehen. Und zum anderen rückt damit der Einsatz in Konflikten in greifbare Nähe. Einer feindlichen Armee ein Sturmtief in den Weg zu legen oder einen Staat von der Wasserversorgung abzuschneiden steht längst auf der Wunschliste von Militärs. Auch Landwirte wünschen sich nicht nur eine präzise Vorhersage. Sondern gerne einen milden Niederschlag, wenn die Kulturen Wasser brauchen. Und trockenes Wetter, wenn es ans Ernten geht.

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Tricks zum Regen

Kein Wunder, dass es bereits im 19. Jahrhundert Überlegungen gab, Wälder abzuholzen und anzuzünden. Aus den Rauchwolken, so glaubte man, würde es regnen. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man Wolken mit Hilfe von Sand zum Regnen zu bringen. Der Erfolg blieb aus, weil Sand eben nicht den richtigen Keim für Regentropfen darstellte. Hier konnte Wasserdampf nicht kondensieren. Das gelang erst 1946 mit Silberjodid. Die Chemikalie kam auch 2008 in Peking zum Einsatz.

Keine Wolke sollte die Inszenierung der Olympischen Spiele trüben. Denn bei der Wetterbeeinflussung geht es nicht nur darum, Regen zu erzeugen, sondern auch darum, Regen oder Hagel abzuwenden. Überhaupt ist China in dem Thema ganz vorne mit dabei; 37 000 Mitarbeiter zählt dort das Wetter-Modifikationsprogramm. Das Land ist Vorreiter bei der bewussten Steuerung von Wetter.

Doch auch andere Länder arbeiten daran. Das bereits erwähnte Dubai zum Beispiel. Neben verschiedenen Chemikalien, die Kondensationskerne für Regentropfen erzeugen helfen, setzen die Experten mittlerweile auch Drohnen und elektrische Ladungen ein. Allerdings ist das Regenmachen dort wohl auch schon nach hinten losgegangen: Anfang 2020 führten Wettermanipulationen zu Überschwemmungen.

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