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Wolfsmanagement

Wolf: Naturschutzverbände fordern einheitlichen Herdenschutz

Wolf reisst Schaf.
am Donnerstag, 13.06.2019 - 11:34

Naturschutzverbände, Tierhalterbündnisse und ein Jagdverband fordern bundeseinheitliche Kriterien für den Herdenschutz und die Tötung auffälliger Wölfe. Unter Landnutzerverbänden stößt dies jedoch auf Ablehnung.

Elf Verbände, unter anderem der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland, der Bundesverband Berufsschäfer (BVBS) und der Ökologische Jagdverband (ÖJV) kritisieren die praktische und rechtliche Unsicherheit und den „Flickenteppich aus Standards und Empfehlungen zum Herdenschutz“ in der Bundesrepublik. Sie sehen einen dringenden Bedarf für eine einheitliche Rahmensetzung. Diese könnte nach ihrer Auffassung mehr Sicherheit schaffen und zu einer tragfähigen Koexistenz zwischen Weidetieren und Wölfen beitragen.

Naturschutzverbände lehnen Bestandsregulierung ab

Konkret sprechen sich die beteiligten Verbände für die vollständige Finanzierung des wolfsbedingten Mehraufwandes im Herdenschutz durch öffentliche Mittel aus. Diese Beihilfen sollten unabhängig von Erwerbsstatus oder Herdengröße an alle Halter ausgezahlt werden. Im Falle von Nutztierrissen wird bei Einhaltung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen ein „kostendeckender Schadensausgleich“ gefordert, der beispielsweise auch den Wert von Zuchtböcken abdecken soll. Auffällig gewordene Wölfe sollten im Rahmen von Einzelfallentscheidungen entnommen werden können. Eine Bestandsregulierung wird jedoch einhellig abgelehnt.

Landnutzerverbände fordern aktives Wolfsmanagement

Unter anderen Landnutzerverbänden stoßen die Vorschläge der Naturschutzverbände auf wenig Zustimmung. Diese seien „mehr als unzureichend für den Schutz der Weidetiere vor den Wölfen“, sagte Wendelin Schmücker, Vorsitzender vom Förderverein der Deutschen Schafhaltung. Max von Elverfeldt, Vorstand der im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) organisierten Verbände, warf den beteiligten Organisationen vor, auf die Einladung der betroffenen Weidetierhalter und Nutzerverbände verzichtet zu haben. Für ihn sprechen die Fakten zur Entwicklung des Raubtiers in Deutschland „eine eindeutige Sprache“, die ein aktives Wolfsmanagement notwendig mache.

Auch CDU hält an rechtssicherem Abschuss von Wölfen fest

Auch die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, hatte eine Bestandsregulierung beim Wolf gefordert. Sie betonte, der rechtssichere Abschuss der Raubtiere müsse einfacher möglich werden. Auch die Schaffung wolfsfreier Zonen bleibt für die Unionsparteien weiter im Gespräch. Die Politikerin vertritt die Ansicht, dass in dicht besiedelten und wirtschaftlich genutzten Arealen kein konfliktfreies Zusammenleben mit dem Wolf möglich ist.

Mit Material von AgE