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Weidetiere

Wolf: Schaf- und Ziegenhalter sollen mehr Geld bekommen

am
01.07.2019

Schaf- und Ziegenhalter sollen für Wolfsrisse mehr Geld bekommen, hat der Bundesrat beschlossen. Doch wird Bund muss die Forderung umsetzen? Zudem wird die Wolfsentnahme erleichtert.

Schafe auf der Weide

Der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, den Haltern von Schafen und Ziegen stärker unter die Arme zu greifen. Die Länderkammer verabschiedete am vergangenen Freitag
eine Stellungnahme zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes sowie eine Entschließung zur Unterstützung von Weidetierhaltern. Die Länder plädierten in beiden Beschlüssen für eine bessere Förderung der Haltung von Schafen und Ziegen.

Gemeinsamer Nenner ist eine jährliche zusätzliche Prämie von 30 Euro je Mutterschaf und Ziege, die nicht zu Lasten bestehender Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen gehen und länderunabhängig aus der Ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) finanziert werden soll. De facto würde dies einer gekoppelten Beihilfe entsprechen.

Wird Klöckner die Prämie überhaupt umsetzen?

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt sich aber auf EU-Ebene für das Abschaffen von gekoppelten Zahlungen ein. Daher dürfte sie mehr als zurückhaltend auf die Forderung der Bundesländer reagieren, meinen Insider.

Außerdem pocht der Bundesrat auf den Aufbau eines nationalen Herdenschutzinformationszentrums, um die Erfahrungen der einzelnen Länder mit Herdenschutzmaßnahmen zu sammeln und weiterzuentwickeln.

Informationsbedarf sehen die Länder auch bezüglich der Wolfspopulation. Die Bundesregierung soll daher in Zukunft auf wissenschaftlicher Basis jedes Jahr einen Bericht über den gesamten heimischen Bestand einschließlich der Jungtiere erstellen.

Offizielle Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf gehen für das Monitoringjahr 2018/2019 gegenwärtig von 73 Rudeln, 5 Wolfspaaren und 10 territorialen Einzeltieren in Deutschland aus. Betroffen sind in erster Linie die Länder Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, aber auch zunehmend Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. 

Abschuss von Wölfen wird erleichtert

Wölfe jagen Schafe

Kernpunkt der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes ist eine leichtere Entnahme von Wölfen und ein besserer Schutz der Weidetierhaltung. Die Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes sieht bekanntlich vor, dass Wolfsabschüsse künftig bereits genehmigt werden können, wenn bei Nutztierrissen „ernste“ landwirtschaftliche oder sonstige
Schäden vorliegen.

Zudem sollen einzelne Tiere aus einem Rudel auch dann abgeschossen werden dürfen, wenn der schadensverursachende Wolf nicht sicher festgestellt werden kann; dies soll „bis zum Ausbleiben von Schäden“ fortgesetzt werden können. Weiterhin verboten bleibt allerdings der vorsorgliche Abschuss. Neu aufgenommen wird mit dem Entwurf ein Fütterungsverbot für Wölfe.

Die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) und der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ) bezeichneten die Beschlüsse des Bundesrates als „äußerst positiv“. Wichtig sei nun, dass die Bundesregierung die Weidetierprämie aufgreife und schnellstmöglich umsetze.

Mit Material von AgE
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