Login

Antibiotikaeinsatz

Antibiotikaeinsatz Schweinehaltung © Adobestock

Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung

Für die Behandlung erkrankter Tiere sind Tierarzneimittel, darunter auch Antibiotika, wichtig. Der verantwortungsvolle Einsatz der Antibiotika ist sehr wichtig für Tiergesundheit, Tierschutz und für die Lebensmittelsicherheit. Der falsche Einsatz der Medikamente kann zu Problemen führen, in den Medien hört man oft von sogenannten multiresistenten Keimen.  

Das sind Bakterien, die unempfindlich gegenüber gewissen Antibiotika sind, was zur Folge haben kann, dass einige Medikamente bei erkrankten Menschen oder Tieren ihre Wirkung verlieren. Laut der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich mehr als 33.000 Menschen in Folge einer Antibiotikaresistenz. Deshalb werden die Bemühungen verstärkt, Antibiotika sparsamer und gezielter einzusetzen. 

Strenge Vorschriften für Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung  

Bevor die Tierarzneimittel eingesetzt werden können, müssen sie auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft sein. Um die Lebensmittelsicherheit gewährleisten zu können, gelten klare Regeln z. Bsp. ausreichende Wartezeiten zwischen Medikation und Schlachtung sowie die lückenlose Dokumentation der Medikamentenvergabe. Bakterien können gegenüber Antibiotika Resistenzen entwickeln, so dass diese wirkungslos werden. Auch von sogenannten multiresistenten Keimen hört man immer wieder in den Medien. Ein sorgloser Einsatz der Arzneimittel ist also nicht empfehlenswert.  

Was wird getan, um den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung zu reduzieren?  

Die Richtlinie für die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung bilden die „Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antibakteriell wirksamen Tierarzneimitteln“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Diese wurden erstmals 2000 veröffentlicht. Nach den Leitlinien muss z.Bsp. bei wiederholtem oder längerfristigem Einsatz von Antibiotika der Erreger nachgewiesen werden sowie ein Antibiogramm erstellt werden. Dies ist seit Februar 2018 auch gesetzlich verankert. Damit wird der Erreger nachgewiesen und die Arzneimittelempfindlichkeit im Labor geprüft.

Es sollte vorrangiges Ziel der landwirtschaftlichen Tierhaltung sein, Krankheiten durch optimale Haltungsbedingungen und Hygiene zu vermeiden. In der Tierzucht wird darüber hinaus darauf geachtet, Tiere mit geringer Krankheitsanfälligkeit zu züchten. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung dürfen Antibiotika übrigens nur zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden und nicht vorbeugend.  

Wie hat sich der Antibiotikaverbrauch entwickelt?  

Laut dem Bundesinformationszentrum für Landwirtschaft sank die Gesamt-Verbrauchsmenge an Antibiotika in der Nutztierhaltung zwischen Juli 2014 und Dezember 2017 um fast 32 Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Schweinehaltung. Bei Mastgeflügel und Mastkälbern hingegen besteht noch erheblicher Verbesserungsbedarf.  

Wie werden Antibiotika verabreicht?

In diesen Formen können Antibiotika verabreicht werden:  

  • Tabletten
  • Kapseln
  • Infusionen
  • Suspensionen
  • Salben
  • Augen- oder Ohrentropfen

Quellen:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) -Tierarzneimittel
Bundesinformationszentrum für Landwirtschaft – Antibiotika in der Nutztierhaltung