Bovines Herpesvirus 1 (BHV1)

Schwarzbunte Rinder stehen auf Wiese. © pixabay

Was ist das BHV1?
Das Bovine Herpesvirus 1 (BoHV-1, oft auch BHV1) ist eine Viruserkrankung bei Rindern, die hochansteckend ist und verschiedene Symptome auslösen kann. Das BHV1 zählt zu den Herpesviren. Das Virus befällt Rinder und zeigt sich anhand verschiedener Symptome. Im englischen Sprachraum bezeichnet man die Krankheit auch als „Red Nose“. Viele der infizierten Tiere erkranken an der Infektiösen Bovinen Rhinotracheitis (IBR) auf, eine Kombination aus Nasenentzündung (Rhinitis) und Luftröhrenentzündung (Tracheitis). Andere Krankheiten, die auf das Konto von BHV1 gehen, sind beim weiblichen Tier die Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis (IPV) und beim männlichen Tier eine Infektiöse Balanoposthitis (IBP).

Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang latent infiziert und können weiterhin das Virus produzieren und verbreiten, auch wenn typische Krankheiten nicht mehr ausbrechen. Oft stecken sich Bestände an zugekauften Tieren an, die Verbreitung erfolgt über Tröpfcheninfektion etwa durch Speichel. Die Krankheiten brechen dann bei Stress für die Tiere aus: Parasitenbefall, Transport oder Abkalbung können die Symptome auslösen. Dazu zählen Bindehautentzündung, Fieber, Verlust des Appetits bis hin zu Fehlgeburten und einem Rückgang der Milchleistung. Eine Bestätigung des BHV1 liefert aber nur ein Labor.

BHV1: anzeigepflichtige Tierseuche
Kam es zu einem Ausbruch von BHV1, ist es am Betrieb aktiv zu werden. Infektionen mit BHV1 müssen in Deutschland offiziell gemeldet werden. Geregelt ist das seit 1997. Die „Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Infektion Typ 1“ (BHV1-Verordnung) soll die Ausbreitung der Tierseuche verhindern. Eine Therapie bei BHV1 im engeren Sinne gibt es nicht. Der Landwirt kann aber Sekundärinfektionen durch die Gabe von Antibiotika vermeiden. Eine Impfung ist in Deutschland nicht zugelassen. Immer wieder kommt es zu lokalen Ausbrüchen. Zuletzt in Nordrhein-Westfalen im Februar 2021. Für betroffene Betriebe bedeutet die Krankheit, dass BHV1-positive Rinder im nationalen und internationalen Handel schwieriger abzusetzen sind. Oft erzielen sie niedrigere Preise.

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