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Emission

Kuh auf der Weide mit Windrad im Hintergrund © stock.adobe.com/Marcel Poncu

Die Landwirtschaft leidet unter dem Klimawandel. Ganz vermeiden lassen sich Emissionen jedoch auch durch die Landwirtschaft nicht. Viehhaltung und Düngung führen zur Entstehung klimaschädlicher Treibhausgase (zum Beispiel Methan und Lachgas). Laut dem Situationsbericht des Deutschen Bauerverbands (DBV), der sich auf offizielle nationale Treibhausgas-Berichterstattung beruft, wurden in Deutschland im Jahr 2018 rund 866 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. 7,4 Prozent davon, also 63,6 Millionen Tonnen, davon verursachte die Landwirtschaft. In der EU verursacht die Landwirtschaft rund 10 Prozent der Emissionen, weltweit etwa 14 Prozent. 

Entstehung der Emissionen 

Landwirtschaftliche Treibhausgase entstehen, anders als bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, überwiegend durch natürliche Prozesse. Durch diese Prozesse beeinflusst die Landwirtschaft das Klima unter anderem: 

  • Methanausstoß durch Wiederkäuer wie Rinder und Schafe
  • Freisetzung von Lachgas durch stickstoffhaltige Dünger
  • Ackerbewirtschaftung (beeinflusst Humusbestand und damit Bodenkohlenstoff; setzt diesen frei) 
  • Aufforstung, Entwaldung und Waldbewirtschaftung 

Methan (CH4) aus der tierischen Verdauung mit 39,4 Prozent und Lachgas (N2O) aus Böden (einschließlich der Emissionen infolge der Ausbringung von Energiepflanzengärresten) mit 38,8 Prozent hatten den größten Anteil an den landwirtschaftlichen Emissionen. Knapp 95 Prozent der Gesamtemission an CH4 und N2O aus der Tierhaltung stammen aus der tierischen Verdauung sowie aus dem Wirtschaftsdünger-Management von Rindern und Schweinen. 
Die restlichen rund 22 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen fielen auf das Wirtschaftsdünger-Management, die Lagerung von Energiepflanzengärresten, Kalkung und Harnstoffanwendung

Klimaschutzbestrebungen in der Landwirtschaft 

Bis 2030 will die Bundesregierung den Treibhausgasausstoß um mindestens 55 Prozent verringern. Die Emissionen der Landwirtschaft sollen 2030 gegenüber 2014 um 14 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden. 

Diese Maßnahmen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dazu auf den Weg gebracht: 

  • Senkung der Stickstoffüberschüsse 
  • Energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern
  • Ausbau des Ökolandbaus
  • Emissionsminderung in der Tierhaltung 
  • Erhöhung der Energieeffizienz
  • Humuserhalt und -aufbau im Ackerland
  • Erhalt von Dauergrünland 
  • Schutz von Moorböden
  • Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder 
  • Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Die Reduktion schädlicher Treibhausgase liegt im eigenen Interesse der Landwirte. Da der größte Anteil landwirtschaftlicher Emissionen auf natürliche Prozesse zurückzuführen ist, wird die Landwirtschaft jedoch immer mit gewissen Emissionen verbunden bleiben. 

Quellen: Situationsbericht des Deutschen Bauerverbands (DBV), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Thünen-Institut