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Prrs

Mann hebt Ferkel hoch, Tierarzt steht im Hintergrund mit einer Spritze © stock.adobe.com/Budimir Jevtic

PRRS ist die Abkürzung für Porzine (das Schwein betreffend) Reproduktive (die Fortpflanzung betreffend) und Respiratorische (die Atmung betreffend) Syndrom (Erkrankung mit nicht eindeutigen Symptomen). Die Krankheit wird durch ein Virus verursacht, das über die Atmung und die Lunge ins Tier eindringt. PRRS schwächt die Abwehr der Lunge auch gegenüber allen anderen Erregern und führt zu Problemen im Atemwegs- und Fortpflanzungsbereich

PRRS-Krankheitssymptome
Das PRRS-Virus vermehrt sich unter anderem in den Abwehrzellen der Lunge der Schweine. Typische respiratorische, sprich den Atemweg betreffende, Krankheitssymptome in Aufzucht und Mast sind: 

  • Atemwegsprobleme (zum Beispiel Husten)
  • Erhöhte Infektionsanfälligkeit (gegenüber zum Beispiel Streptokokken, APP oder Pasteurellen)
  • Erhöhte Verlustraten
  • Verzögertes Wachstum
  • Auseinanderwachsen

Aufgrund der erhöhten Infektionsanfälligkeit ist PRRS selten der einzige Krankheitskeim im Bestand. In der Regel tritt PRRS mit mindestens einer Begleiterkrankung auf. Die Infektion kann je nach Art und Menge der anderen Erreger sehr unterschiedlich verlaufen

Reproduktive, also die Fortpflanzung betreffende, häufige Krankheitssymptome sind: 

  • Vermehrt totgeborene Ferkel (Aborte)
  • Vermehrt Saugferkelverluste
  •  Vermehrtes Umrauschen (Sauen werden nicht trächtig)
  • Häufigere Frühgeburten
  • Häufiger lebensschwach geborene Ferkel

Von der Lunge ausgehend verbreitet sich das Virus über das Blut in andere Organe, unter anderem in die Gebärmutter. Je nach Trächtigkeitsstadium der Sau löst das Virus Fruchtbarkeitsstörungen aus. 

Nach Auftritt der ersten, klinischen Krankheitssymptome innerhalb der Sauenherde gehen die Symptome häufig nach einigen Monaten zurück und flackern nach 6-8 Monaten wieder auf (wellenförmiges PRRS-Geschehen).

PRRS-Infektionsquellen und Übertragung
So kann sich der Bestand mit dem Virus infizieren:

  • Übertragung zwischen den Beständen: häufigste Art der Infektion
  • Übertragung durch Menschen, Tiere und Gegenstände
  • Übertragung durch infiziertes Sperma
  • Übertragung über die Luft

Faktoren, die PRRS-Infektionen begünstigen 
Vor allem diese Faktoren beeinflussen das Krankheitsbild der PRRS-Infektion: 

  • Allg. Gesundheitsstatus der Tiere (Haltung, Fütterung, Stressfaktoren)
  • Sekundärerreger (PRRS verstärkt Krankheitssymptome der Sekundärerreger und umgekehrt)
  • Individuelle Eigenschaften des PRRS-Virus
  • Immunstatus der Herde gegen PRRS

Wirtschaftliche Folgen für den Betrieb
PRRS gehört zu den verlustreichsten Erkrankungen in der weltweiten Schweineproduktion. Dabei variieren die Verluste von Betrieb zu Betrieb. Dabei spielen Faktoren wie Tierzukauf, Betriebsmanagement, Belegungsdichte, Hygiene, Stallklima und Infektionsdruck eine große Rolle. Laut PRRS.de betragen die Schäden bei der Sau 25 bis 250 Euro pro Sau und Jahr und in der Mast 2,50 bis 11 Euro pro Mastschwein. 

Quelle: www.prrs.de 

Lesen Sie, warum eine frühe Impfung gegen PRRS Schutz bietet. 
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